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Goldmünzen

Samstag, Januar 5th, 2013

Goldmünzen sind Münzen, die größtenteils aus Gold bestehen. Sie dienten früher als Zahlungsmittel und waren meistens Kurantmünzen, werden heute aber nur noch für Sammler und Anleger (Anlagemünze) geprägt. Die Beliebtheit als Wertanlage verdanken Goldmünzen auch ihrer Einstufung als Anlagegold, weshalb der Handel mit ihnen in der Europäischen Union unter bestimmten Bedingungen von der Mehrwertsteuer befreit ist.
Entstehung

Um den direkten Tausch Ware gegen Ware zu vereinfachen, verwendete man zunehmend Gold- und Silberstücke als Währung. Man musste zunächst jedes Stück auswiegen, um den Wert zu bestimmen, was bei Goldstaub oder Granulat noch relativ schwierig war. Im 6. Jahrhundert v. Chr. ließ der lydische König Kroisos erstmals Goldmünzen von einheitlicher Größe und einheitlichem Wert in Kleinasien mit Prägestempeln versehen, die gleichzeitig – neben einer Propagandafunktion – auch noch einen gewissen Qualitätsstandard für das Edelmetall darstellten. Die ersten Silbermünzen wurden allerdings bereits zuvor um 620 v. Chr. verwendet. Die frühen Gold- und Silbermünzen, an denen noch die ursprüngliche Barrenform erkennbar war, waren die ersten Kurantmünzen. Die Entstehung der Gold- und Silberkurantmünzen lässt sich zeitlich über die physischen „Geldformen“ verfolgen, wie Goldstaub, Granulat, Gussreguluse, ungeprägter (Klein-)Barren, geprägter (also mit einer Marke versehener) Barren bis hin zur heute üblichen runden Münzform.

In den verschiedenen menschlichen Kulturen nahm dieser äußere Formenwandel des Münz-Geldes unterschiedliche Zeitepochen in Anspruch, z. B. wurde in Indochina sogar noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts mit abgewogenem Gold- und Silberstaub bezahlt. Daher lassen sich viele Münznamen noch heute auf einstmalige und noch heute geltende Gewichtsmaßeinheiten zurückführen.
Altertum
Griechenland

Die Hellenen übernahmen die Münzprägung kurz nach den Kleinasiaten. Jeder Stadtstaat hatte seine eigenen Münzen mit eigenem Münzfuß. Die wichtigsten Prägestätten gab es in Athen, Milet und auf Rhodos.
Römisches Reich
römischer Aureus

Um 225 v. Chr. wurden die ersten Goldmünzen im Römischen Reich geschlagen. Die Römer übernahmen das Prägen von den Griechen. Unter Julius Caesar wurden vermehrt Goldmünzen geprägt, u. a. der Aureus. Seit Kaiser Augustus wurde auf die goldenen Münzen das Bildnis des Kaisers geschlagen.
Altes Ägypten

Die alten Ägypter prägten ursprünglich keinerlei Münzen. Erst als die Truppen Alexander des Großens im 4. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten einmarschierten, wurden auch Goldmünzen in Ägypten geprägt. Zuvor gab es nur eine Ausnahme: Ägypten hat für den Krieg gegen die Perser um 360 v. Chr. Söldner aus Sparta und Athen angeworben. Nach dem Krieg wollten diese mit Goldmünzen bezahlt werden und so ließ der Pharao Nektanebos III. Münzen (vermutlich von Griechen) prägen. Auf der Vorderseite steht in Hieroglyphenschrift nbw nefer oder nefer nub, was übersetzt „feines Gold“ heißt. Auf der Rückseite war ein springendes Pferd zu sehen, was auch die Griechen abgebildet hatten. Diese ägyptische Münze wog, wie die der Athener, ca. 8,5 g.
Persisches Reich

Das Perserreich galt als das „Goldreich“. Sie fertigten bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. Goldstater an. Darius I. ließ ab 515 v. Chr. vermehrt Münzen (Dareike) prägen.
Kelten

Die Kelten besaßen viel Gold von Flüssen und Gebirgen. Sie lernten das Prägewerk vermutlich um ca. 300 v. Chr. von den Griechen und entwickelten ihr eigenes Münzwesen. Die Kelten in Böhmen prägten Goldmünzen wahrscheinlich ab dem 3. Jahrhundert v. Chr.. Die westlichen Kelten (Gallier) haben ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. Goldmünzen hergestellt. Prägestätten gab es z. B. in Parisii. Zuerst wurden noch griechische Motive verwendet. Später wurden einfache Motive geprägt, wie z. B. kleine Kreuze oder Punkte, die einen Kreis bildeten. Diese Münzen waren relativ klein und hatten oft einen leicht gebogenen Rand.
Mittelalter

Die Merowinger wechselten, wie die meisten Reiche zuvor, im 7. Jahrhundert zur Silberwährung, da Gold seltener und teurer ist als Silber. Siehe auch Schilling. Mit den Kreuzzügen und dem immer besser ausgeprägten Fernhandel wurden Goldmünzen erneut aufgenommen, wie z. B. die Goldgulden und die Dukaten. Besonders Spanien besaß im 16./17. Jh. viele Goldmünzen, wofür sie das Gold aus Lateinamerika nutzten, was in Spanien zeitweilig sogar einen Goldwertverfall gegenüber dem Silber auslöst.
Neuzeit

Goldmünzen erfuhren im Zuge der schrittweisen Übergangs vom Bimetallismus zum reinen Goldstandard im 19. Jahrhundert den bis heute größten Einsatz im Geldumlauf. Im Zuge des historischen Goldstandards wurden beispielsweise Goldmark, Sovereigns, Vrenelis und andere Vertreter der Lateinischen Münzunion als Kurantmünzen in den Verkehr gebracht. Banknoten konnten jederzeit gegen Goldmünzen eingetauscht werden.

Im 20. Jahrhundert endete allerdings die Ära der Goldmünzen als Zahlungsmittel: Unmittelbar nach Beginn des Ersten Weltkriegs setzten die meisten Zentralbanken die Einlöseverpflichtung für Banknoten aus, so auch die deutsche Reichsbank am 4. August 1914. Spätestens mit Kriegsbeginn waren die Goldmünzen aufgrund des Greshamschen Gesetzes in den meisten europäischen Ländern aus dem Zahlungsverkehr verschwunden.

Der Versuch, den Goldstandard nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu etablieren, scheiterte aufgrund zu großer Ungleichgewichte in den Zahlungsbilanzen: Beispielsweise setzte Großbritannien 1925 die Vorkriegs-Goldbindung des Pfundes Sterling noch einmal in Kraft (und die letzten tatsächlich im Zahlungsverkehr verwendeten Sovereign-Münzen in Umlauf), konnte dies aber nur wenige Jahre durchhalten, denn Exportgüter wurden dadurch für das Ausland stark verteuert, so daß die Wirtschaftsleistung einbrach. Deutschland hatte aufgrund der Reparationsverpflichtungen schlicht zu wenig Gold: zwar blieben die Goldmünzen des Kaiserreichs offiziell noch bis 1938 Zahlungsmittel, faktisch aber nur auf dem Papier.

In den 1930er Jahren setzten auch die letzten Staaten, in denen Goldmünzen noch Geldfunktion hatten, diese außer Kurs: Schweden beispielsweise 1931 in Folge der Großen Depression. Zur Überwindung der Krise beendete U.S.-Präsident Roosevelt 1933 auch die Ära des Golddollar mit einem plötzlichen Verbot des Goldbesitzes. Die letzten europäischen Länder, die noch Goldmünzen im Zahlungsverkehr benutzten, waren bis 1937 die Niederlande und Österreich.
Heutige Goldmünzen

Heute werden Goldmünzen nicht mehr im Zahlungsverkehr verwendet. Sie werden nur noch als Gedenkmünzen für Sammler oder als Bullionmünzen für Anleger geprägt.
Deutschland

2001 wurde die erste Gedenkgoldmünze geprägt: eine Deutsche Mark aus reinem Gold zum Abschied von der DM-Währung.

Seit der Einführung des Euros wird für Sammler jedes Jahr eine 100-Euro-Goldmünze herausgegeben, und im Jahr 2002 wurde einmalig eine 200-Euro-Goldmünze emittiert. Seit 2010 wird dazu eine Serie von 20-Euro-Goldmünzen mit jährlich wechselnden Baummotiven des deutschen Waldes herausgebracht.
Österreich

Von Österreich gibt es laufende offizielle Nachprägungen von Dukaten und Kronenmünzen, die zu ihrem Goldwert gehandelt werden. Als bekanntere Anlagemünze wird seit 1989 die Serie der Wiener Philharmoniker aus reinem Gold produziert.

Eine Gedenkmünze in Gold (Nennwert 1000 Schilling) wurde 1976 erstmals verausgabt. Weitere Ausgaben, zu 500 und zu 1000 Schilling, folgten relativ regelmäßig ab 1991; seit 2002 werden entsprechende 50- und 100-Euro-Nominale geprägt.
Der Feingehalt wurde früher oft in Karat angegeben (1 Karat = 1/24 fein; 24 Karat = reines Gold).

Heute werden die Zahlen häufiger in Tausendstel oder Promille umgerechnet, z. B. Feingehalt vom Krugerrand 916⅔/1000 = 916⅔ ‰ (22 Karat), Feingehalt vom Wiener Philharmoniker 999,9/1000 = 999,9 ‰ (praktisch 24 Karat).

Aufbereitungstechnisch kann maximal ein Feingehalt von 999,99 Tausendsteln »Five-Nine« erreicht werden. Vom Maple Leaf wurden einige Sonderprägungen in dieser Feinheit hergestellt.
Verfälschung durch Abfeilen

Ein historisches Problem bei der Bindung bestimmter Goldmengen an Münzen waren Betrüger, die am Rand wiederholt kleine Menge Goldstaubes abfeilten und sich so bereicherten. Die Münze wurde bei jeder Abfeilung leichter und dadurch entwertet.

Dieses Problem konnte durch die für die meisten modernen Goldmünzen typische Randriffelung eingedämmt werden, denn auf einem geriffelten Münzrand sind Abfeilungen leicht zu erkennen.

Bekannte Goldmünzen

Dareikos Persien 515 v. Chr. 348 v. Chr. 8,4 g
Stater mehrere 390 v. Chr. um 320 v. Chr. 8,2–8,6 g
Aureus Römisches Reich ca. 1. Jh. v. Chr. 324 8,19 g
Solidus Römisches Reich, Byzantinisches Reich 312 1092 ca. 4,55 g; von Kaiser Konstantin eingeführt
Dinar Islam. Reich 696 1543 4 g, von Kalif Abd al-Malik eingeführt
Augustalis südl. Italien 1231 1250 nur in den genannten Jahren, einer der Edelsten im MA
Florin Republik Florenz 1252 1531 Vorbild für den Dukaten und den Zecchino
Dobla Spanien 1252 1516 4,53 g (variiert), wichtigste spanische Goldmünze im Spätmittelalter
Écu d’or Frankreich 1266 1654 4 g, älteste Goldmünze Frankreichs, siehe auch Écu
Dukaten Europa 1284 1938 3,49 g Feingehalt 986/1000 = 3,44 g, urspr. in Venedig, 1559–1857 auch in Dtld.
Zechine Republik Venedig 1284 1797 Zecchino; Urform der Dukaten
Goldgulden Europa 1325 1867 Über ganz Europa verbreitet, nach dem Vorbild des Florin
Noble England 1344 1470 Zweite Goldmünze Englands
Crown England 1526 1663 ca. 3 g; Vorgänger des Guineas
Pistole Spanien 1556 1833 von König Philipp II. eingeführt.
Dublone Spanien 1556 1833 entspricht dem Wert von 2 Escudos
Louisdor Frankreich 1640 1793 Vorbild war Pistole, siehe auch Sonnenlouisdor.
Guinee Großbritannien 1663 1816 8,35 g Feingehalt 916⅔/1000
Friedrichsdor Preußen 1740 1850 Vorbild war auch Pistole, Wert entsprach 5 Taler
Eagle USA 1792 1933 10 $ = 16,718 g Feingehalt 916⅔/1000 = 15,046 g Gold
Sovereign England 1817 bis heute 1 £ = 7,98 g Feingehalt 916⅔/1000 = 7,32 g Gold
Goldmark Deutschland 1871 1915 20 M; 7,965 g, Feingehalt 900/1000 = 7,164 g Gold
Gold-Yen Japan 1870 1932 aus 90 % Feingold
Vreneli Schweiz 1887 1949 10-, 20- und 100-Franken-Münze (mehrheitlich 20 Franken, 6,452 g Feingehalt 900 = 5,806 g)
Krone Österreich 1892 1924 10, 20 und 100 Goldkronen-Münze, (100 Kr: 33,875 g Feingehalt 900 = 30,487 g)
Tscherwonez Russland/UdSSR 1923 1982 Teilweise offizielle Nachprägungen
Krugerrand Südafrika 1967 bis heute 33,93 g, Feingehalt 916,67/1000 = 31,1 g / 1 Oz Gold
Maple Leaf Kanada 1979 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000
Gold Panda China 1982 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000
Gold Eagle USA 1986 bis heute 33,93 g, Feingehalt 916,67/1000 = 31,1 g / 1 Oz Gold
(Känguru-)Nugget Australien 1987 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000
Britannia England 1987 bis heute 33,84 g, Feingehalt 916,66/1000 = 31,1 g / 1 Oz Gold
Wiener Philharmoniker Österreich 1989 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000

Die bis vor kurzem größte Goldmünze der Welt kommt aus Österreich. Sie ist dort gesetzliches Zahlungsmittel, hat eine Auflage von 15 Stück, einen Nennwert von 100.000 Euro und wiegt 31,103 kg. Der Wert dieser Münze ist im Mai 2007 von der Royal Canadian Mint noch übertroffen worden. Die kanadische Goldmünze, Big Maple Leaf, hat einen Nennwert von einer Million Kanadischer Dollar und wiegt 100 Kilogramm. Der derzeitige Rekordhalter ist eine Ausgabe des Australischen Kangaroos, mit einem Gewicht von einer Tonne, was einem Goldwert von 40,2 Millionen Euro entspricht.

Als teuerste US-Goldmünze gilt der Double Eagle aus dem Jahre 1849. Sie ist im Smithsonian‘s National Museum of American History in Washington, D.C., ausgestellt. Der Professional Coin Grading Service (PCGS) hat die Münze im Jahr 2011 auf einen Wert von 20 Millionen US-Dollar geschätzt.
Quelle:Wikipedia

Münzen allgemein

Donnerstag, Oktober 4th, 2012

Anfänge in Kleinasien, Griechenland und China

Die ersten Funde von vermutlichem Metallgeld stammen aus dem Mittelmeerraum und datieren um die Zeit 2000 v. Chr. Es handelt sich dabei um Haustierminiaturen aus Bronze.
Lydien

Die ersten Münzen wurden im Reich der Lyder zwischen 650 und 600 v. Chr. als Zahlungsmittel herausgegeben (siehe auch: Krösus). Dabei handelte es sich um unförmige Brocken aus Elektron, einer natürlich vorkommenden Gold-Silber-Legierung, zuerst bildlos. Bildliche Darstellungen auf Münzen kamen um 600 v. Chr. auf. Danach folgten Goldmünzen in verschiedenen Größen und Werten.
Griechenland
Stater aus Korinth (Kopf der Athene, 4. Jahrhundert v. Chr.)

Die ersten Silbermünzen wurden um 550 v. Chr. in Kleinasien und auf der griechischen Insel Ägina geprägt. Bis etwa 400 v. Chr. setzte sich die Münze in ganz Griechenland gegenüber dem Tauschhandel durch. Allerdings gab es kein einheitliches Münzsystem, sondern mehrere Regionen, in denen jeweils eine Münzfamilie dominierte. Langsam baute aber der 17 Gramm schwere attische Tetradrachmon mit seinen Scheidemünzen (Obolos) und größeren Einheiten eine dominierende Stellung auf.

Die Darstellung von Herrschern auf Münzen setzte sich im griechischen Raum und in den Diadochenreichen erst nach Alexander dem Großen durch. Silber blieb der bestimmende Rohstoff, nur für kleinere Scheidemünzen kam langsam Kupfer in Gebrauch.
Siehe auch: Altgriechische Münzen
China

Im antiken China war Kaurigeld das erste bekannte Zahlungsmittel. Während der Shang-Dynastie kam der Gebrauch von einfachen Bronzestücken auf und unter der späten Zhou-Dynastie lässt sich (um 500 v. Chr.) erstmals die Verwendung von messer- und spatenförmigen Münzen nachweisen. Der Erste Kaiser Qin Shi Huangdi vereinheitlichte im Zuge der Reichseinigung 221 v. Chr. das Geld zu Gunsten einer gemeinsamen Kupferwährung aus runden Lochmünzen (Käsch), einer Form, die dann mehr als zweitausend Jahre lang beibehalten wurde.
Siehe auch: Chinesische Währung
Römische Münzen
Römischer Aureus des Septimius Severus (193-211)

Die ersten runden Münzen der römischen Republik stammen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und wurden aus Kupfer oder Bronze geschlagen, die großen, ein Pfund schweren Kupferstücke, das As (Aes grave) war jedoch gegossen. Zuerst wurde mit dem Bronze-Gussregulus, dem Aes rude und danach mit genormten Bronzegussbarren, dem Aes signatum, bezahlt. Auf diesem Barrengeld waren Motive wie Stiere, Schweine, Hühner aber auch Schilde, Heroldstab, Anker, Dreizack, Waffen oder liturgische Gegenstände (Opferschale) mit Ornamenten meist beidseitig abgebildet. Nachdem die Bronzebarren ihre Gültigkeit verloren hatten, trugen viele frühe römischen As- und As-Teil-Münzen, die dem Barrengeld folgten, als Motiv auf der Rückseite meist einen Schiffsrumpf (Prora), was an die Eroberung der Flotte von Antium erinnern sollte, und auf der Vorderseite verschiedene Götterbilder. Die erste römische Silbermünze (Quadrigatus), im griechischen Drachmenstil, wurde gegen 269 v. Chr. geschlagen. Die Silberprägung im großen Stil setzte in Rom aber um 211 v. Chr. mit dem Denar ein. Julius Caesar war der erste Lebende, der auf einer römischen Münze im vollen Kopfprofil „als Gott“ abgebildet wurde (44 v. Chr.).

In der Kaiserzeit wurden Münzen aus Gold (Aureus), Silber (Denar), Messing (Sesterz und Dupondius) sowie Kupfer (As) geschlagen. In der Zeit der Soldatenkaiser setzte sich langsam der silberne Antoninian gegen den Denar durch. Unter Kaiser Diokletian wurden neue Münznominale eingefügt, wie beispielsweise der Argenteus, und die Münzen Nummus und Follis. Insgesamt verfiel das römische Münzwesen unter den Kaisern zusehends. Ab Anfang des 4. Jahrhunderts setzte sich das juwelenbesetze Diadem gegen den ursprünglichen Lorbeerkranz auf den Vorderseiten der Münzen durch. Die Gesichter der Kaiser wurden immer schlechter dargestellt, was zeigt, dass das Diadem den Kaisern auf ihren Münzen wichtiger war als eine ordentliche Darstellung. Im Weströmischen Reich schließlich tauchten auf den Münzen immer mehr Rechtschreibfehler auf, da die meisten der Münzpräger nur noch schlecht Latein sprechen und schreiben konnten. Die oströmischen Münzen lösten sich schnell von den reichsrömischen Vorbildern und entwickelten eine eigene Formensprache.

Die germanischen Staaten der Völkerwanderungszeit prägten teilweise Münzen, die sich entweder am west- oder am oströmischen Vorbild orientierten.
Siehe auch: Römische Währung
Das Mittelalter
Münzschläger der frühen Neuzeit

Von Spätantike bis Frühmittelalter ging der Umlauf von Münzen in Europa stark zurück. Der Tauschhandel nahm zu, und größere Geldgeschäfte wurden oft mit ungemünztem Metall beglichen. Die Standardwährung bildeten der byzantinische Solidus und die Siliqua mit den verschiedenen Unterteilungen. Die germanischen Herrscher, die neue Reiche auf dem Boden des Weströmischen Reiches errichteten, erkannten meist die Prägehoheit der byzantinischen Herrscher an und imitierten deren Prägungen. Nur vereinzelt setzten sie ihren eigenen Namen, ihr Monogramm oder gar ihr Bildnis auf die Münzen. Karl der Große führte um 792-793 eine Münzreform durch, die von der Gold- und Silberwährung hin zur einheitlichen Silberwährung führte. Siehe Schilling. Es wurde der Denar oder Pfennig als die nahezu ausschließlich geprägte Münze neu eingeführt. Vorangegangen war die Überlegung, dass Gold fast nur durch den Fernhandel zu beziehen war, während Silber in Europa nördlich der Alpen reichlich vorhanden war. Daher hob Karl die Goldbindung des Geldes auf[1] und führte den Silberdenar als reichsweit geltende verbindliche Währung ein. Als Münzgrundgewicht wurde das Pfund zu 367 g festgelegt, aus dem 240 Pfennige (Denare) geschlagen wurden, was so in Karls Münzordnung festgelegt war. Ein Solidus bzw. Schilling waren 12 Denare; ein Pfund (libra), dessen Gewicht gegenüber dem antiken Maß erhöht wurde, entsprach 20 Solidi. Der angelsächsische König Offa von Mercien übernahm zur gleichen Zeit diese Regelung, die in England bis 1971 in Kraft war.

Das ursprünglich königliche Münzrecht weitete sich allerdings im Heiligen Römischen Reich zunehmend auf weitere weltliche und geistliche Würdenträger aus, was eine Vielzahl an unterschiedlichen Versionen des Pfennigs und eine allgemeine Verringerung des Silbergehalts der Münzen zur Folge hatte.

Von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert waren die Brakteaten fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands und des Alpenraumes) die vorherrschende Münzsorte. Diese dünnen, einseitig geprägten silbernen Pfennigmünzen setzten gewissermaßen den Prozess des Gewichtsverlustes der alten Pfennige fort. Brakteaten wurden von Zeit zu Zeit „verrufen“, das heißt für ungültig erklärt und von ihren Besitzern zurückgefordert, um sie gegen eine geringere Menge neuer Münzen umzutauschen. Der Abschlag konnte bis zu 25 % betragen. Dies war eine damals übliche Form der Steuererhebung.
Taler mit dem Porträt des Rex Romanorum Maximilian I. (1486–1519)

Goldmünzen wurden im Hochmittelalter nur selten geschlagen. Erst im 13. Jahrhundert setzten verstärkte Goldprägungen ein. Diese Entwicklung ging von den italienischen Handelsstädten aus. In Frankreich und England waren Goldmünzen weiter verbreitet und die einzelnen Stücke deutlich größer als im Reich. Als weitere Entwicklung des 13. Jahrhunderts kam in Deutschland der Groschen als größere Silbermünze auf. Die Münzbilder des Groschens zeigten erstmals verstärkt auch Fürsten des jeweiligen Territoriums.

Im deutschen Münzrecht war das Jahr 1356 ein entscheidendes Datum, als der Kaiser mit einer „Goldenen Bulle“ das Münzrecht der Kurfürsten ausdrücklich anerkannte. Zuvor war bereits der reichsfreien Stadt Lübeck 1340 erstmals das Prägen von Goldgulden zugestanden worden. Von diesem Zeitpunkt bis 1871 war die Münzgeschichte in Deutschland von großer Vielfalt geprägt, da viele Staaten ihr eigenes Geld ausgaben.
Siehe auch: Münzen des Mittelalters
Neuzeit

In der Münzkunde beginnt die Neuzeit mit dem Entstehen des Talers. Erstmals wurde 1486 unter Erzherzog Sigismund (Tirol) eine große Silbermünze geschlagen, der Uncialis oder Guldiner. Diese Münze war das Vorbild für den im böhmischen Joachimsthal geprägten Taler, der sich in den folgenden Jahrhunderten über die ganze Welt verbreitete. Der Taler stellt den ersten Fall einer kompletten Ablösung von allen Vorbildern vorangegangener Münzarten dar. Da sich seine Herstellung schnell über zahlreiche Territorien verbreitete, gaben die jeweiligen Landesherren „ihren“ Talern eine individuelle Gestaltung, die im Verlauf des technischen und künstlerischen Fortschritts eine hohe Qualität erreichte. Gelegentlich wurden auch Mehrfachtaler geschlagen. Ab dem 17. Jahrhundert kamen als neues Motiv Städteansichten auf.
Münzen wurden in diese Zrinski-Burg-Eingangskasse aus Stein (Nordkroatien) im 16. Jahrhundert hineingeworfen um den Untergebenern den Eintritt in die Burg zu ermöglichen

Die Vielzahl von Kleinmünzen unterhalb des Talers verlor zunehmend an Feingehalt. Diese Entwicklung erreichte in der Kipper- und Wipperzeit während des Dreißigjährigen Krieges ihren Höhepunkt. Außerdem wurden im 17. Jahrhundert erstmals seit der Spätantike wieder Kupfermünzen als Scheidemünzen geprägt. Für den Umsatz werthaltiger Güter Geldmengen setzten sich die goldenen Dukaten durch.

Arabische Bezeichnungen für europäische Münzen, die durch den Levantehandel in arabischen Staaten verbreitet waren, sind schmückende Beinamen, die dabei meist das Münzbild betreffen. So wurde der Maria-Theresien-Taler Abu Kush (Vater des Vogels) oder Abu Noukte (Vater der Perlen) genannt, da ein Adler und Perlen auf dem Diadem der Kaiserin zu sehen waren. Siehe auch Handelsmünze. Der niederländische Löwentaler wurde Abu Kelb (Vater des Hundes) genannt, das spanische Acht-Reales-Stück mit vierfeldigem Wappenschild Abu Taka (Vater des Fensters).

Insgesamt zeigte sich in der Münzgeschichte bis in die Neuzeit immer wieder der ähnlich ablaufende Prozess des Wertverlustes: Während Geld in Form von Münzen anfänglich aus wertvollem Material bestand (Gold, Silber) und ihr Tauschwert dem Wert dieses Materials entsprach (vollwertige Münzen), wurden später Münzen hergestellt, deren Materialwert unter ihrem Tauschwert lag, indem man die Münzen kleiner und leichter machte oder sie aus einer Legierung wertvoller und geringerwertigerer Materialien herstellte (unterwertige Münzen).
Quelle Wikipedia