Archive for Januar, 2013

Alaska Goldrausch 5

Samstag, Januar 5th, 2013

Die ärztliche Versorgung der Bewohner war zunächst kaum vorhanden. Reverend Robert Dickey aus Skagway annoncierte im The Westminister, einer presbyterianischen Zeitung, um Krankenschwestern anzuwerben. Die Frau des Generalgouverneurs, Ishbel Aberdeen, fand vier Frauen, die das Wagnis eingehen wollten. Diese vier waren Rachel Hanna, Georgia Powell, Margaret Payson und Amy Scott. Sie verließen Ottawa im April 1898 in Begleitung einer 200 Mann starken Truppe der Yukon Field Force. Georgia Powells Tagebuch ist überliefert. In Winnipeg angekommen erhielten die Frauen von der Hudson’s Bay Company Waschbärmäntel. Auf dem Weg in den Nordwesten behandelten sie täglich die Männer aus der begleitenden Truppe. Entlang des Weges brachen Männer in weitem Umkreis auf, um sich von ihnen heilen zu lassen. Kurz vor Fort Selkirk, ihrem Ziel, wurde alles gewaschen und gesäubert, um einen guten Eindruck zu machen, wie Powell notierte, doch das Fort war fast vollständig verlassen, weil die meisten Männer nach Dawson gegangen waren. So zogen sie bereits im September ebenfalls dorthin, und fanden ein völlig überfülltes Lazarett vor.

Unter den Teilnehmern am Klondike-Goldrausch war auch der Schriftsteller Jack London, dessen Werke White Fang (Wolfsblut), The Call of the Wild (Ruf der Wildnis), Smoke Bellew (Alaska Kid) und Das Feuer im Schnee[17] von seinen eigenen Erlebnissen und denen von „Swiftwater“ Bill Gates geprägt waren. Der erste Teil des 1910 erschienenen Romans Burning Daylight (Lockruf des Goldes) befasst sich nur mit dem Goldrausch. Ihre spätere Wirkung verdanken die Stoffe auch Verfilmungen wie Wolfsblut von 1991. Londons Hütte wurde sogar nach Dawson verpflanzt, wo sich auch die von Robert W. Service befindet.

Eine der am weitesten verbreiteten Geschichten des Goldrauschs ist Klondike von Pierre Berton, das in den USA unter dem Titel The Klondike Fever erschien. Berton, im Yukon aufgewachsen, beschrieb minutiös die Reisen und die Vorgänge um Dawson bis etwa 1904. Seine Mutter Laura Berton verfasste I Married The Klondike, worin sie ihre eigenen Erlebnisse verarbeitete. Auch Jules Verne verarbeitete den Goldrausch literarisch in seinem posthum veröffentlichten Roman Le Volcan d’or (Der Goldvulkan).

Nicht nur in der Literatur, sondern auch im Film hinterließ der Klondike-Rausch erhebliche Spuren. Charles Chaplins Stummfilm The Gold Rush von 1925 und The Trail of ‘98 von 1928 sowie Mae Wests Klondike Annie von 1936 haben das Bild von dem schwer fassbaren Vorgang geprägt. 1957 entstand eine vom National Film Board of Canada prämierte Dokumentation namens City of Gold, die von Pierre Berton berichtet wird. Das amerikanische Gegenstück ist The Far Country (Über den Todespaß) mit James Stewart in der Hauptrolle.

Gewisse Bekanntheit erlangte der Klondike-Goldrausch durch die Disney-Comics rund um den Milliardär Dagobert Duck. Erstmals wurde von Carl Barks in der 1951 erschienenen Geschichte Only a Poor Old Man der Klondike als Quelle von Dagoberts Reichtum erwähnt. Ein Jahr später erschien Back to the Klondike (deutscher Titel Wiedersehen mit Klondyke), wo Onkel Dagobert von seiner Zeit als erfolgreicher Goldsucher erzählt. In der Folge haben verschiedene Zeichner wie Tony Strobl und Romano Scarpa Stories zu Dagoberts Zeit als Klondike-Goldgräber gezeichnet. Don Rosas Dagobert-Biographie The Life and Times of Scrooge McDuck beschreibt das Klondike-Kapitel als den wichtigsten Abschnitt in Dagoberts Leben. Rosa bemühte sich hier – soweit es möglich war – um historische Authentizität. Das 1995 erschienene Zusatz-Kapitel Hearts of the Yukon wurde anlässlich der 100-Jahr-Feier des Goldrausches in Auftrag gegeben. Darüber hinaus ist der Lucky-Luke-Band Am Klondike dem Goldrausch gewidmet, wobei er, wie so oft, auf vorhandene Klischees aufbauen kann.

Obwohl die meisten nur Abenteuerlust und Gier trieb, erfreuen sich die Goldsucher einer weit verbreiteten Bewunderung. So wird in Edmonton immer noch der Klondike Day gefeiert, weil rund 1.600 so genannte Overlanders von dort nach Norden aufbrachen, von denen allerdings kaum jeder Zehnte ankam.[18] Selbst noch weiter entfernt liegende Orte wie Eagle River in Wisconsin oder Bay Roberts auf Neufundland feiern ihre Klondike Days, wobei diese „Tradition“ zuweilen erst nach dem 100. Jahrestag des Goldrauschs entstand.

Daneben erlangten auch die Polizeiverbände, die spätere Royal Canadian Mounted Police ein ungewöhnlich positives Image, das auf ihrer erfolgreichen Kontrolle und auf der Kanalisierung und Entwaffnung amerikanischer Krimineller beruhte. Dazu trugen Radiosendungen, wie Challenge of the Yukon erheblich bei.

Zum Gedenken an den Goldrausch wurde der Klondike Gold Rush National Historical Park eingerichtet. Er besteht aus der Altstadt von Skagway, dem Pfad über den Chilkoot Pass, sowie über ein Museum in Seattle, das an den Ausgangspunkt vieler Goldsucher erinnert. Der kleine Ort Skagway wurde zu einem wichtige Hafen für Kreuzfahrten mit rund 750.000 jährlichen Besuchern.[19]
heutiger Goldabbau am Klondike

Auch heute wird am Klondike nach Gold geschürft. Moderne Maschinen, effizientere Verfahren und der gestiegene Goldpreis machen es zunehmend rentabel auch auf bereits zum Klondike-Goldrausch ausgebeuteten Arealen erneut zu schürfen. Noch heute werden im Klondike-Gebiet jährlich 45.000 bis 60.000 Unzen Gold gefördert, was beim aktuellen Goldpreis (Stand Nov. 2012) einem Wert von 80 bis 110 Millionen Dollar entspricht.
Quelle:Wikipedia

Alaska Goldrausch 4

Samstag, Januar 5th, 2013

Eine zentrale Rolle spielte Joseph Ladue oder Ledoux, dessen Familie aus dem französischsprachigen Kanada stammte und der als Gründer Dawsons gilt. Er wurde am 26. Juli 1854 in Schuyler Falls bei Plattsburgh im Bundesstaat New York geboren und sprach Französisch.[14] 1874 ging er in den Westen und arbeitete 1882 in Alaska in der Treadwell Mine, einer Goldmine im so genannten Panhandle von Alaska, die 1881 eröffnet worden war und die zeitweise die größte Goldmine der Welt darstellte. Ein Jahr später überquerte er als einer der ersten den Chilkoot Pass und zog nach Fort Reliance, wo ein Handelsposten gegründet worden war. Ladue wurde Partner der beiden Gründer Jack McQuesten und Arthur Harper, und sie experimentierten mit neuen Goldgewinnungstechniken. 1894 eröffneten Ladue und Harper einen Handelsposten auf einer der Inseln im Yukon, unweit der Einmündung des Sixtymile River, den sie nach William Ogilvie „Ogilvie“ nannten. Im Winter 1895 reiste er nach New York, und hörte bei seiner Rückkehr von den Goldfunden der Carmacks bzw. von Skookum Jim und Tagish Charlie. Eilig erwarb er für 1600 Dollar 160 Acre Land an der Mündung des Klondike.

Am 1. September verlagerte Ladue seine Sägemühle von Sixtymile nach Dawson, womit ein erstes Gebäude entstand. Hinzu kam ein Laden und ein erster Saloon, der Pioneer. William Ogilvie berichtete, dass alle Straßen im dort entstandenen Dawson, die parallel zum Fluss verliefen, 66 Fuß lang und lotrecht zu den 50 Fuß langen Gebietsstreifen lagen, die Ladue gehörten. Diese verkaufte er für je 5000 Dollar. Zudem schilderte er die Goldfunde in der näheren Umgebung in den leuchtendsten Farben, um möglichst viele Goldsucher in der Nähe zu halten, die bei ihm einkauften. 1897 benannten Ladue und Harper die Stadt nach George Mercer Dawson, der die geologische Untersuchung der Region durchgeführt hatte. Am 14. Juli 1897 war Ladue unter jenen reichen Männern, die 1897 San Francisco erreichten, und den die Zeitungen als Bürgermeister (mayor) von Dawson bezeichneten. Im Dezember heiratete Ladue Anna Mason aus vermögendem Haus. Die inzwischen von Ladue gegründete New Yorker Ladue Gold Mining & Development Co. besaß einen Wert von 5 Millionen Dollar. Ladue starb am 27. Juni 1901 im Alter von 47 Jahren in seinem Geburtsort.

Auf der gesamten Strecke zwischen den Häfen bis nach Vancouver und Seattle siedelten sich Geschäfte an, die die Goldgräber mit allem versorgten, was sie zum Überleben und für ihre Schürf- und Waschtätigkeit brauchten. Daneben entwickelten sich aber schnell andere Gewerbe, die den Bedarf der länger bleibenden Männer deckten, wie Wäschereien, Barbiere, Hotels und Saloons sowie Bordelle.

In Dawson entwickelte sich die Gewerbestruktur hauptsächlich in der Boomphase von 1898 bis 1899. So entstand nördlich der King Street ein Bezirk, dessen nördlicher Teil sich um die St. Mary’s-Kirche und das Hospital lagerte. Entlang des Ufers erstreckte sich der Handelsbezirk mit Läden und Lagern. Von deren Inhalt hingen alle Bewohner vollständig ab, insbesondere während der sechs Monate, in denen die Stadt nicht per Schiff erreicht werden konnte.

Den zweiten, sich südlich anschließenden Bezirk kann man zwischen King Street und Princess Street, sowie zwischen Ufer und der Fourth Street erkennen. Er hatte einen fast quadratischen Grundriss, und war schon deshalb weniger begehrt, weil er oft nass und geradezu sumpfig war, und zudem überschwemmungsgefährdet. Hier fanden sich alle Gewerbe, die der Reparatur und der Ausstattung mit Goldgräberausrüstungen dienten, dazu Banken, Wäschereien und Spirituosengeschäfte, aber auch Saloons, Tanzsäle, Theater und Spielkasinos.

Wer keinen Claim bekam oder aus sonstigen Gründen nicht nach Gold suchte, wurde Cheechako genannt. Sie waren teilweise ähnlich erfolgreich wie manche Goldsucher und schufen einen Luxusmarkt, etwa für aufwändige Hausfassaden, die überwiegend noch heute bestehen, aber auch für Musikinstrumente, teure Stoffe oder Schmuck. Dabei bevorzugte man wegen der enormen Kälte im Winter weiterhin Holz als Baumaterial, denn die damaligen Ziegel hätten den extremen Anforderungen der winterlichen Kälte nicht standgehalten. Hinzu kamen neuere Gebäude wie die Bank of Commerce oder die Carnegie Library, die den repräsentativen Bauwerken im Süden Kanadas nicht nachstanden. Man nannte Dawson sogar in dieser Zeit das „Paris des Nordens“, Doch spätestens als 1906 die Residenz des Commissioners abgerissen und durch ein viel bescheideneres Gebäude ersetzt wurde, war offenkundig, dass die Regierung keine große Zukunft mehr für Dawson erwartete.
Westminster Hotel, erbaut 1898

Mit dem Nachzug von Frauen und Familien verminderte sich der anfangs sehr hohe Bedarf an Wäschereien. Diese hatten früher, etwa beim Goldrausch am Fraser oder im Cariboo-Gebiet, Chinesen betrieben, denen jedoch inzwischen die Einwanderung erschwert wurde. Ähnliches galt für die Prostitution. Entgegen der allgemeinen Moral der Zeit behinderte die Polizei die Frauen nicht. Sie erlaubte auch die Ansprache der Kunden in Bars, in gemieteten Räumen und auf der Straße.[15] In den Zeitungen schrieb man von „demi-monde“ und „soiled doves“ (wörtlich: beschmutzte Tauben), um die Frauen zu benennen. Ein Abgabensystem wurde ihnen auferlegt, und alle zwei Monate mussten sie sich einer Gesundheitsuntersuchung unterziehen, die jedoch eher einer Lizenzierung gleichkam. Mit den Einnahmen wurden wohltätige Einrichtungen wie Krankenhäuser unterstützt.

Bis Mai 1899 gingen die Frauen ihrem Gewerbe in der Paradise Alley und der Second Avenue im wirtschaftlichen Zentrum der Stadt nach, doch dann mussten sie den Kernbezirk verlassen. Sie erhielten einen eigenen, abgelegeneren Bezirk zwischen der Fourth und der Fifth Avenue. 1901 wurden sie noch weiter abgedrängt und mussten nach Klondike City, auch Lousetown (Läusestadt) genannt, umziehen. 1902 begann eine Kampagne gegen die Prostitution, die in die wohlhabenderen Viertel zurückkehrte, wozu sie der ökonomische Niedergang der Stadt und die Abwanderung zwang. Dieser Niedergang führte dazu, dass ab 1907 die Frage nicht mehr diskutiert wurde, obwohl das Gewerbe nie ganz verschwand. Das letzte Bordell wurde 1961 geschlossen.

Mit dem Abflauen des Goldrauschs normalisierten sich nach und nach die Verhältnisse. Martha Purdy (1866–1957) beteiligte sich an Claims, betrieb eine Sägemühle und eine zum Zerkleinern von Erz. 1904 heiratete sie den Rechtsanwalt George Black und wurde als „First Lady of the Yukon“ bekannt, denn ihr Mann war 1912 bis 1918 Commissioner of the Yukon. Für ihre Vorträge über die Flora des Yukon wurde sie 1917 Mitglied in der britischen Royal Geographical Society. Sie war 1935 die zweite Frau, die einen Sitz im kanadischen Parlament einnahm. Sie hatte den Goldrausch fast von Anfang an miterlebt. So hatte sie sich schwanger von ihrem Mann, der nach Hawaii gegangen war, getrennt, und 1898, bereits auf dem Weg zum Klondike, ihr Kind in einer Blockhütte zur Welt gebracht. Insgesamt hatte sie drei Söhne. Zwar kehrte sie nach Chicago zurück, doch 1901 war sie wieder am Klondike.[
Quelle:Wikipedia

Alaska Goldrausch 3

Samstag, Januar 5th, 2013

Als Entdecker der Goldvorkommen gilt Keish, der auch als Skookum Jim Mason bekannt war und zum Indianerstamm der Tagish gehörte, oder seine Schwester Kate Carmack († 1920), die Frau von George Washington Carmack, dem der erste Claim gehörte. Keish führte im August 1896 von Carcross aus seinen Cousin Skookum Jim, auch Dawson Charlie oder Tagish Charlie genannt (Káa Goox), und seine Nichte Patsy Henderson[11] den Yukon abwärts. An der Mündung des Klondike trafen sie auf George Carmack und dessen Frau Kate, die Lachs fingen.

Am 16. August 1896 fand die Tagish-Gruppe Gold am Bonanza Creek, der zu dieser Zeit noch Rabbit Creek hieß. Doch konnte sie angesichts des ausgeprägten Rassismus, der hier vorherrschte, keinen Claim anmelden. Diese Aufgabe fiel Kate Carmacks Ehemann George zu. Die Nachricht von dem Goldfund sprach sich im Yukontal schnell herum. 25 Goldsucher vom Fortymile River und vom Stewart River kamen eilig zu den Claims am Bonanza, Eldorado und Hunker Creek, noch bevor Carmack seinen Claim beanspruchen konnte, indem er seine Anmeldung aus Forty Mile vorlegte. Fast ein Jahr lang konnten die vergleichsweise wenigen Goldgräber der Region ungestört suchen, bis einige der reich gewordenen Männer per Dampfboot die Westküste erreichten.

Die Nachricht erreichte die USA im Juli des folgenden Jahres, als die Excelsior in San Francisco und die Portland in Seattle ankamen. In den USA war es nach der Panik von 1893 und der von 1896 zu schweren wirtschaftlichen Erschütterungen gekommen. Daher wurde die Nachricht von den Goldfunden begierig aufgenommen. Als die Portland am 17. Juli 1897 in Seattle anlegte, forderten die rund 5.000 Anwesenden durch Zurufe die erfolgreichen Goldsucher auf, ihr Gold zu zeigen. Diese zogen es daraufhin aus ihren Taschen und präsentierten es der jubelnden Menge. In der „Klondike-Ausgabe“ hatte der Seattle Post-Intelligencer unter der Schlagzeile Gold! Gold! Gold! Gold! und Sixty-Eight Rich Men on the Steamer Portland (Achtundsechzig reiche Männer auf dem Dampfer Portland) von Gold im Wert von 700.000 Dollar berichtet.
Goldsucher am Chilcoot Trail
Bootsbau am Bennett-See 1897/98
Angehörige der North West Mounted Police, Juli 1900

Nun setzten sich rund 100.000 Männer und einige Frauen nach Westen bzw. Norden in Bewegung. Auch aus Australien und Großbritannien kamen Goldsucher. Sie waren so zahlreich, dass man für 1898 mit rund 40.000 Goldsuchern im Yukon-Gebiet rechnet. Doch suchten bei weitem nicht alle Gold, denn rund die Hälfte von ihnen meldete weder einen Claim an, noch suchten sie überhaupt Gold. Einige suchten das Abenteuer, doch die meisten suchten Beschäftigung in den zahlreichen Gewerben, welche die explosionsartig anwachsende Stadt Dawson bot.

Die meisten Goldsucher landeten zunächst in Skagway oder in Dyea. Beide Orte lagen an der Mündung des Lynn Canal. Von dort ging es über den Chilkoot Trail zum Chilkoot Pass, andere bevorzugten den White Pass, von dem es zum Lake Lindeman oder zum Lake Bennett ging.[12] Dort bauten sie Flöße und Boote, um die nächsten 800 km bis Dawson zu überwinden. Monatelang musste von weit her Holz beschafft werden, denn man war hier bereits an der Waldgrenze. Im Winter 1897/98 überwinterten an beiden Seen je 10.000 Männer in Zelten. Im Mai 1898 fuhren rund 7.000 Boote den Fluss abwärts. Die dreiwöchige Reise führte durch zahlreiche Stromschnellen wie im Miles Canyon oder denen von White Horse, Five Fingers und The Rink.
Hauptrouten zu den Goldfeldern am Klondike

Andere versuchten quer durch Kanada zu kommen, doch brauchten viele dazu ein oder zwei Jahre. Die Strapazen dieser Reisen hielt Kanadas Innenminister Clifford Sifton im Jahr 1897 für nicht beschreibbar. Auch viele Pferde starben an den Pässen, so dass Jack London den White Pass in Dead Horse Pass umbenannte. Von denen, die scheiterten, brachen die meisten an den Pässen ab. An den steilsten Stellen wurden Seile eingehängt. Am 3. April 1898 tötete eine Lawine allein 63 Männer am Chilkoot. Wem das Geld ausging, der verdingte sich als Packer und Träger, wie es die Männer der umwohnenden Stämme taten, wie der Stikine, Chilcoot und Chilkat. Die Preise waren hoch, ähnlich wie die Risiken und Strapazen. Alle Städte auf dem Weg zum Klondike wurden von zahllosen Goldsuchern überschwemmt, von denen viele dort blieben. Das galt für Seattle, aber auch für Victoria und vor allem Vancouver. Umgekehrt brachten viele Gold mit, was der lokalen Wirtschaft zugute kam.

Die Erfahrungen früherer Goldräusche hatten gelehrt, dass es ohne strenge Vorschriften zu schweren Zwischenfällen kommen würde. So zwang die Regierung die Goldsucher, einen ganzen Jahresvorrat an Lebensmitteln mitzubringen, was ungefähr 500 kg entsprach. Dazu kamen weitere 500 kg sonstiger Ausrüstung. Ohne diese Tonne Marschgepäck wies die von der kanadischen Regierung abkommandierte North West Mounted Police bzw. die Yukon Field Force jeden Goldsucher ab. Sie war es, die unter dem Kommando von Sam Steele die beiden Pässe kontrollierte. Gleichzeitig achtete sie darauf, dass möglichst wenige Waffen aus den USA nach Kanada kamen. Noch immer fürchtete die Regierung eine gewaltsame Übernahme der dünn besiedelten Region durch die zahlreichen Amerikaner.

Als die ersten Goldsuchermassen in Dawson ankamen, mussten sie feststellen, dass praktisch alle Claims vergeben waren. Die Preise für alle Waren waren in die Höhe geschnellt. Viele verkauften ihre Ausrüstung, die sie mühsam nach Dawson gebracht hatten, und verließen die Stadt, um zurückzukehren. Andere verdingten sich als Lohngräber oder boten den Claim-Inhabern andere Dienstleistungen an. Insgesamt wandten die Goldsucher 50 Millionen Dollar auf, um zum Klondike zu kommen, was etwa dem Wert des Goldes entsprach, das sie in den ersten fünf Jahren aus dem Land holten.

Das Verfahren der Goldgewinnung war zunächst sehr einfach. Die Prospektoren suchten im Sand und Geröll von Bächen nach Gold, das bereits aus dem Fels erodiert war. Dazu benutzten sie Pfannen, Rütteltische und Feinwaschrinnen, in denen per Hand das Gold in Form von Nuggets, meistens aber als Goldflitter ausgelesen wurde. An tieferliegendes Gold, wie im Permafrostboden, kam man mit ebenso einfachen Verfahren. Ab 1887 entzündete man in Forty Mile einfach Feuer, um den Boden aufzutauen.
Der Hafen von Dyea im März 1898

Später bauten die Goldsucher Wasserleitungen, um so das Gold auszuwaschen. Dies war die einzige Zeit, meist im Frühjahr, wenn der Wasserstand der Flüsse hoch genug war, wo mehr Arbeitskräfte erforderlich waren. In einem dritten Stadium wurden Goldwäschen und Goldbagger gebaut, die große Mengen Gesteins durchspülten. Schließlich ging man dazu über, Goldadern anzugreifen, indem man untertägige Goldminen baute. Dies erforderte jedoch schon größere Maschinen, Erfahrung und erheblich mehr Kapital.
Goldbagger am Bonanza Creek, nahe Dawson

Die Goldgräberei erforderte zunächst einen Claim, dann jedoch zahlreiche Baulichkeiten, einschließlich der ersten, sehr einfachen Blockhütten. Daneben entstanden aber auch Infrastrukturen wie die 1899 gegründete Klondike Mines Railway, die von 1905 bis 1913 Sulphur Springs mit Dawson verband, oder die White Pass and Yukon Railway. Die dazugehörige Gesellschaft wurde 1898 in London gegründet, und die Bahn verkehrt noch heute zwischen Whitehorse und Skagway.

Die Häfen profitierten von dem Anstrom, zumal die Goldsucher bereit waren, fast jeden Preis zu zahlen. An diesen Nadelöhren siedelten sich zahllose Gewerbe an, vor allem solche, die die Ausrüstung bereitstellten, wozu auch Bücher und Führer zum Klondike gehörten, wie Clements’ Guide to the Klondike, Los Angeles: B. R. Baumgardt and Co., 1897. Ausstatter wie Cooper and Levy in Seattle und Levi Strauss & Co. in San Franzisco erkannten die Gunst der Stunde.[13] Besonders Skagway – von hier ging es zum White Pass – und Dyea – von hier ging es zum Chilcoot Pass – in Alaska, die Einfallstore zu den immer noch 1000 km entfernten Goldlagern, wuchsen rapide.
Quelle:Wikipedia

Alaska Goldrausch 2

Samstag, Januar 5th, 2013

Lange vor dem 16. August 1896, dem Tag, an dem der Goldrausch ausgelöst wurde, suchten Männer in der Region nach Gold. Gerüchte zirkulierten bereits in den 1850er Jahren, und 1864 notierte ein Angestellter der Hudson’s Bay Company, es gebe Gold in größerer Menge. Doch er ging diesen Funden nicht weiter nach.
Alfred Mayo, einer der Partner Jack McQuestens, undatiert

Einer der ersten war Leroy Napoleon McQuesten, der den Vornamen „Jack“ vorzog und den man später den „Vater des Yukon“ nannte. Er war bereits 1872 im Yukon tätig, stammte aus einer neuenglischen Bauernfamilie und hatte schon 1849 in Kalifornien Gold gesucht. Auch am Fraser war er dabei und eilte nun an den Finlay River im Norden British Columbias. Ende August 1874 hatte Jack McQuesten einen Handelsposten bei Fort Reliance errichtet, rund zehn Kilometer abwärts von der Mündung des Klondike, den er als Trundeck River kannte. Einige Zeit lebten er und seine Partner vom Handel und erwarben große Mengen an Pelzen. Er suchte jedoch bald wieder an zahlreichen Stellen, und die Flüsse Fortymile (Vierzig Meilen) und Sixty Mile (Sechzig Meilen) erhielten ihre Namen von der Distanz zu diesem Punkt: Forty Miles lag flussabwärts, Sixty Miles flussaufwärts. Seine Partner waren Arthur Harper, ein Nordire, der 1832 als Junge ausgewandert war und als erster auf den Gedanken kam, im Norden der Rocky Mountains nach Gold zu suchen, und Alfred Mayo[7], genannt Al Mayo, ein Zirkusakrobat aus Kentucky. Sie kamen gemeinsam 1873 in die Region; alle drei heirateten indianische Frauen. So hieß McQuestens Frau Satejdenalno Nagetah, doch zog er Katherine vor. Sie war 24 Jahre jünger als ihr Mann und gehörte zu den Koyukon-Athabasken, wahrscheinlich aus Nulato. Ihr Vater war Russe, sie war in der Missionsstation Ikogmiut aufgewachsen und sprach Athabaskisch, Russisch und Englisch. Die anderen beiden Frauen hießen Jenny Harper (Seentahna) und Margaret Mayo (Neehunilthnoh); letztere hatte ebenfalls einen russischen Vater, die beiden Frauen waren Cousinen. Als sie die 27, 38 und 39 Jahre alten Männer kennen lernten, befanden sich alle drei erst im 14. Lebensjahr. Auch der Vater von McQuestens Dolmetscher John Minook war Russe.[8] Obwohl McQuesten die Region am Klondike durchsucht hatte, glaubte er, dort finde sich nichts, was den Aufwand lohne. 1873 suchte er rund 130 km oberhalb des Klondike am White River. Immerhin hatten die Männer ein dünnes Versorgungsnetz für die später hinzukommenden Goldsucher geschaffen.

Der erste, dessen Goldfunde auch außerhalb des Landes wahrgenommen wurden, war George Holt. Er war der erste, der trotz der Aufmerksamkeit der Tlingit und der Chilkat und Chilkoot den Chilkoot-Pass überquerte, und ihm folgten weitere Männer. Einige von ihnen überwinterten im Yukon, um sich die Überquerung des Passes in jedem Frühjahr zu ersparen, der später als poor man’s route (Arme-Männer-Route) bekannt wurde, weil er zwar der strapaziösere, aber der billigere Weg war. 1882 lebten rund 50 Weiße ständig in dem Gebiet, unter ihnen Joseph Ladue, der als Gründer von Dawson gilt. Seine Gruppe traf sich mit McQuesten in Fort Reliance, wo sie in sicherer Erwartung eines neuen Goldrausches Gesetze erdachten. Sie wussten aus den Erfahrungen an anderen Goldplätzen, dass sie die Größe der Claims und das Procedere der Registrierung festlegen mussten, um gewaltsame Ausschreitungen zu verhindern. Eine staatliche Behörde existierte im Yukon noch nicht.

1883 kam der Deutsche George Pilz aus Juneau, wo er bereits Gold gefunden hatte. Er hatte die Gegend am Klondike durchsucht, doch angeblich nichts von Wert gefunden. Im Mai 1886 suchten auch Peter Nelson, Dan Sprague, Joe Ladue und John Nelson unweit des Klondike. Möglicherweise fanden Henry Willet und Joe Wilson Gold, doch blieb ihr Fund folgenlos.

1885 fand sich Gold am Stewart River, das einige Tausend Dollar wert war, doch schon 1886 waren die Fundstellen wieder verlassen, als sich Gold am Fortymile River fand. Dort arbeiteten 1887 und 1888 zwischen 100 und 350 Goldsucher, die zwar 1887 noch Gold für 100.000 Dollar fanden, doch im nächsten Jahr schon nur noch für 20.000. Hochwasser hatte die Männer im Sommer schwer bedrängt. Die Stadt Forty Mile entstand. Sie wurde durch ein Flussschiff mit St. Michael am Norton Sound rund 2500 km entfernt am unteren Yukon weit in Alaska versorgt. In Alaska fand man neues Gold und 1892 wurde erneut Gold im Sixtymile-Goldfeld entdeckt.

Schon im Sommer 1885 erkannte McQuesten, dass für die Handelskompanien der Handel mit den Goldgräbern bald mehr Bedeutung haben würde als der Pelzhandel mit den Indianern. Er reiste nach San Francisco und überzeugte die Direktoren der Alaska Commercial Company davon, ihren Handelsschwerpunkt zu verlagern. Er kehrte mit 50 Tonnen Ausrüstungsgegenständen für die Goldsuche nach Fort Reliance zurück, verlagerte aber schon 1886 seinen Handelsposten nach Fort Nelson am Stewart River. Die Versorgungsbasen folgten nun den Goldfunden.
Gedenktafel für George Dawson, den Geologen, der den Yukon vermaß, und der als „Vater der kanadischen Anthropologie“ bezeichnet wird.

Harry Madison und Howard Franklin, 1882 Partner von Ladue, entdeckten 1886 eine größere Goldmenge den Yukon abwärts, bereits auf US-Gebiet. McQuesten folgte ihnen sogleich mit seiner Versorgungsstation vom Stewart River an die Mündung des Fortymile River, wobei Reliance fortbestand. Fortymile blieb bis 1896 der wichtigste Versorgungsposten im Yukon, und, da es auf der kanadischen Seite lag, die erste dauerhafte, nichtindigene kanadische Siedlung im Nordwesten. 1886/87 überwinterten hier rund 500 Männer. Trotz der Funde konnte von einem Goldrausch nicht die Rede sein. Der einzige Versuch, die Nachricht in die Außenwelt zu tragen, scheiterte, als im Januar 1887 ein gewisser Williams beim Überqueren des Chilkoot-Passes erfror. George Dawson, der 1887 das Gebiet kartierte, sagte dem Gebiet jedoch eine große Zukunft voraus.[9]

Schon 1894 lebten über tausend Goldsucher im Yukon, rund 250 überwinterten, und die ersten brachten ihre Frauen mit. Im Frühjahr wurden Inspector Constantine und Sergeant Brown von der Regierung in das Yukon geschickt, um für die Eintreibung von Gebühren und Abgaben zu sorgen. 1896 wurde D. W. Davis Eintreiber (collector). In diesem Jahr betrug der Gesamtwert des gefundenen Goldes rund 125.000 Dollar. Im nächsten Jahr waren es bereits 250.000, 1896 gar 300.000 Dollar. Um diese Zeit waren zwölf Walfangboote auf Herschel Island und der Missionar C. E. Whittaker von der Canadian Church Missionary Association wurde ebenfalls dort eingesetzt. Die Walfänger verließen die Boote und zogen es vor, Gold zu suchen. Dies geschah mehrere Jahre in Folge.

Kurz nach dem entscheidenden Fund vom 16. August erreichte die Gruppe um George Carmack am 21. August 1896 Forty Mile. Einige der Goldgräber brachen sofort ihre Lager ab, nachdem sie das Gold der Männer gesehen hatten, und versuchten es dort, wo sie fündig geworden waren, selbst. Dies war aber schon häufig geschehen.

Noch vor deren Ankunft beschloss eine andere Gruppe von 25 Männern am 22. August, die zum Teil schon Claims in der Gegend besaßen, den Bach „Bonanza Creek“ zu nennen, statt „Rabbit Creek“. Robert Henderson, dessen Goldfunde rund 16 km weiter östlich am Gold Bottom Creek viele dieser Männer hierher gelockt hatten, erfuhr erst sehr spät von dem entscheidenden Fund. Dies hatte seine Ursache in der Indianerfeindlichkeit des Mannes. Er erzählte Carmack von seinem Fund und bot ihm eine Partnerschaft an. Als dieser jedoch mit Skookum Jim und Tagish Charlie (auch Dawson Charlie genannt, † 14. November 1905) wenige Wochen später ankam, weigerte sich Henderson, ihnen Tabak zu verkaufen. Die drei verließen daraufhin Hendersons Lager und sie informierten ihn auch nicht über ihren viel größeren Fund, obwohl Carmack dies zugesagt hatte.

Darüber hinaus musste Henderson hinnehmen, dass ein Andy Hunker einen Claim an der anderen Gabel seines Bachs erwarb, der nun offiziell „Hunker Creek“ hieß. Henderson konnte in Forty Mile nur einen einzigen Claim erwerben. Immerhin erhielt er von der kanadischen Regierung später eine Rente von 200 Dollar pro Monat für seine Verdienste um den Klondike-Goldrausch, doch er suchte bis Anfang der 1920er Jahre weiter nach Gold im Yukon.

McQuesten ahnte, was geschehen würde, und brachte seine Familie ins kalifornische San José, wo er ein Haus erwarb. Dort lebte er fortan mit seiner Frau, mit der er elf Kinder hatte. Als letzte starb seine am 27. März 1896 geborene Tochter am 9. Juni 2001. Noch heute leben Nachkommen des Paares im Haus
Quelle:Wikipedia

Alaska Goldrausch 1

Samstag, Januar 5th, 2013

Seit dem Unabhängigkeitskrieg waren die Vereinigten Staaten mit der Kolonialmacht Großbritannien, die den Nordteil Nordamerikas beherrschte, in mehrere kriegerische und diplomatische Konflikte verwickelt. In deren Folge musste die Hudson’s Bay Company, die den größten Teil Kanadas und den Nordwesten der heutigen USA mit Hilfe eines britischen Pelzhandelsmonopols kontrollierte, 1846 ihre Handelsposten südlich des 49. Breitengrades aufgeben. Seitdem setzte die Gruppe unter Gouverneur James Douglas alles daran, die Übernahme British Columbias durch die USA zu verhindern. 1867 erwarben die USA jedoch Alaska von Russland, und viele sagten voraus, dass ganz Kanada an die USA fallen würde. Diese Erwartung wurde im Westen Kanadas verstärkt, als Tausende von Goldsuchern nordwärts strömten, um ab 1858 am Fraser River und ab 1861 im Cariboo-Gebiet ihr Glück zu machen. Nicht nur die Indianer gerieten in die Minderheit, sondern auch die Briten. Diese versuchten nun, ein Gegengewicht zu schaffen, indem sie die Einwanderung aus Europa förderten. Als Kanada auf Initiative Londons 1867 gegründet wurde, um die Expansion der USA nach Norden zu bremsen, dauerte es bis 1871, ehe sich British Columbia gegen erhebliche Konzessionen bereit erklärte, der Konföderation beizutreten. Die Regierung der Provinz British Columbia versuchte, durch Polizeipräsenz und eine strenge Regulierung der langen Anmarschwege die Massenbewegungen unter Kontrolle zu halten und die Golderträge zugleich mit Abgaben zu belegen.

Ein Teil der Goldgräber kam allerdings über Alaska, das den überwiegenden Teil des Küstensaums beherrschte, und das sich unmittelbar westlich des Klondike-Gebiets erstreckte. Dort entstand 1867 das Department of Alaska, doch erst ab 1884 begann die eigentliche Verwaltung durch die USA. Es entstand der District of Alaska. Seine Häfen boten einen leichteren Zugang zum Klondike als die in Kanada. Zwar war die Grenze zwischen dem Hauptteil Alaskas und Kanada schon 1825 von Russen und Briten am 141. Längengrad festgelegt worden, doch war der Grenzverlauf des so genannten Alaska Panhandle, der östlich dieses Längengrads lag und der sich weit in den Süden erstreckte, nicht eindeutig festgelegt. Der daraus resultierende schwelende Konflikt konnte erst 1903 beigelegt werden, so dass beide Länder die Vorgänge am grenzüberschreitenden Yukon, und besonders die am Klondike, genau beobachteten. Eine Kontrolle der langen Grenze war praktisch nicht möglich, und den Goldsuchern im Yukongebiet war es weder klar noch von nennenswerter Bedeutung, ob sie sich gerade auf dem Territorium der USA oder dem Kanadas aufhielten.

Am Zentrum des Goldrauschs, am Zusammenfluss von Klondike und Yukon, befand sich bis 1896 ein im Sommer bewohnter Fischplatz der Han namens Tr’ochëk, ein Dorf, das heute der Tr’ondëk Hwëch’in First Nation gehört, dem dort ansässigen Indianerstamm.[5] Ihr Führer während des Goldrauschs war Chief Isaac. Das Lager befand sich am Südostrand des traditionellen Gebiets der Tr’ondëk Hwëch’in, unmittelbar nördlich von Dawson, auf der anderen Seite des Klondike. Isaac gelang es durch Verhandlungen mit der Anglikanischen Kirche und der Polizei, ein neues Lager zu bekommen, das wenige Kilometer flussabwärts lag und Moosehide hieß. Auch hier lebten, ähnlich wie im verlassenen Dorf, seit rund 8.000 Jahren Indianer. Aus dem alten Dorf entstand der Rotlichtbezirk Lousetown, bald Klondike City genannt.

Schon bevor die Hudson’s Bay Company 1874 Fort Reliance im Gebiet des Stammes errichtet hatte, bestand ein reger Handel, etwa mit Tabak und Tee. Auch mit geringen Goldmengen wurde gehandelt und das Edelmetall zog bereits vereinzelte Goldsucher in die Region.
Indianische Besucher bei einem Potlatch in Kok-wol-too am Chilkat River, etwa 1895
Lager am Chilkoot-Pass, 1898

Die einzigen Indianer, die bis zum Chilkoot Pass handeln durften, einem der beiden Übergänge zum Binnenland, waren die an der Küste ansässigen Tlingit. Die zu dieser Gruppe gehörenden Chilkoot und die Chilkat vom Westarm des Lynn Canal bewachten den Pass und kontrollierten so den Zugang zum Hinterland. Damit besaßen sie ein Monopol für den Handel zwischen Alaska und dem Yukon. Auch die ersten weißen Händler, die nach Pelzen suchten sowie die Pelzhändler der Tutchone und Tagish im Binnenland, die auf die Waren der Weißen hofften, mussten sich ihren Bedingungen fügen, profitierten aber auch selbst, wenn auch in geringerem Maß, vom Zwischenhandelsmonopol. Selbst die weiter nördlich lebenden Trond’ek Hwech’in und Kutchin kamen an den Chilkoot und Chilkat nicht vorbei. Dabei muss man sich diese Handelstätigkeit in großem Maßstab vorstellen, denn manche dieser Händlergruppen umfassten 100 Männer. Im Norden wiederum kämpften diese Gruppen um eigene Handelsmonopole mit der Hudson’s Bay Company, aber auch mit russischen und amerikanischen Pelzhändlern.

Die Tutchonen lieferten dabei Elch- und Karibufelle sowie Schaffelle, aber auch Hörnchen- und Biberfelle, Luchsfelle, Bisamfelle und Otterfelle sowie Schneeschuhhasenfelle. Außerdem brachten sie das seltene Kupfer, Sehnen und gelbe Blattflechten, mit denen die Chilkat ihre Decken färbten.

Die Chilkat lieferten im Gegenzug essbaren Tang, Körbe aus Holzfasern, Muscheln, die zu Schmuck verarbeitet waren, Sklaven, europäische Handelsgüter und das begehrte Fett des Kerzenfischs (eulachon). Dieses Handelsgut war so wichtig und wurde in solchen Mengen über die Berge getragen, dass die Wege als „Fettpfade“ (grease trails) bezeichnet wurden. Zu den europäischen Waren gehörten Decken, Kattun, Kessel, Äxte und Messer, Fallen, Gewehre und sonstige Metallwaren, aber auch Kaffee, Tee, Mehl und Tabak. Sie wurden häufig von den südlichen Tutchone weitergetauscht, so dass sie weit in den Osten gelangten.

Die Wasserwege am Chilkoot Trail waren von größter Bedeutung, denn sie ließen sich mit Einbäumen und Kanus aus Elchhaut befahren. Auch erwarben die Chilkoot Boote aus Walrosshaut von den Tlingit von Yakutat. Für die Goldsucher mit ihrer schweren Ausrüstung waren diese Boote jedoch zu leicht gebaut.
Fort Selkirk

Die Chilkoot verteidigten ihr Monopol notfalls auch mit Waffengewalt. Als 1848 der Händler der Hudson’s Bay Company Robert Campbell einen Handelsposten bei Fort Selkirk errichtete, nahe am Zusammenfluss von Yukon und Pelly, bedrohte er ihr Monopol. Daher zerstörten sie 1852 den Posten.

1878 kam jedoch George Holt unbemerkt über den Chilkoot-Pass, und er brachte eine sehr geringe Menge Gold mit. Dies genügte, um einige Goldsucher in die Region zu locken. Zugleich trafen anglikanische Missionare in der Gegend ein, die in großer Eile Taufen durchführten, um ihren katholischen Konkurrenten zuvorzukommen. Superintendent Charles Constantine, der die erste Polizeitruppe der Mounted Police führte, beschwerte sich über Bischof William Bompas, weil dieser sich in seinen Augen zu sehr um die Indianer kümmerte. Zudem beschwerte er sich über einige Indianer, die auf Kosten der Goldgräber durch Prostituierung ihrer „Squaws“ lebten.[6] Ob sie wirklich ihre Frauen offerierten, bleibt ungeklärt.

Gleichzeitig machte sich eine Doppelmoral breit, denn dieselben Männer, die sich mit Indianerinnen einließen, verachteten jene Männer, die zu den Indianern zogen, weil sie die Beziehung ernst nahmen. Man nannte sie „Squaw-Männer“. Es sollte mit George Carmack gerade ein solcher Mann sein, der den größten Goldrausch Kanadas auslöste.

Ab 1880 drängten zunehmend Sucher in den Yukon, und die Chilkoot verdienten sehr gut als Träger, zumal manche von ihnen schnell Englisch lernten. Anfangs nahmen sie 12 Cent pro Pfund der Goldsucherausrüstung, die sie über 40 km über den Pass bis zum Lindeman-See schleppten. Am Ende des ersten Rauschjahres verlangten sie bereits 38 Cent, doch forderten sie erheblich mehr für sperrige Güter, wie Öfen, Klaviere oder Holz. Manchmal ließen sie sich auch von Goldsuchern durch höhere Angebote abwerben. Da sie als Christen nicht sonntags arbeiteten, mussten die Goldsucher an diesem Wochentag selbst tragen. Die bärtigen Männer (sie trugen zumindest einen Schnäuzer) trugen bis zu 200 Pfund, Frauen und Halbwüchsige bis zu 75 Pfund. Es fiel den Weißen auf, dass sie häufig schmutzig zu sein schienen und nach Fisch rochen, denn sie nutzten eine Mischung aus Robbenöl und Ruß, um sich gegen die brennende Sonne und gegen stechende Insekten zu schützen. Dabei wirkte die schwarze Farbe beinahe wie eine Maske, und so ließ der alaskanische Gouverneur Swineford diese Praxis kurzerhand verbieten.

Schwierigkeiten bereitete die Tatsache, dass die Indianer Gold- und Silbermünzen horteten, so dass zu wenig Geld in Umlauf war. Sie verdienten zwischen 4 und 8 Dollar pro Tag, weiße Arbeiter zwischen 6 und 10. Dabei verdienten auch die Frauen gut, denn sie verkauften Hüte, Handschuhe und so genannte Mukluks, eine besonders warme Art von Stiefeln. Doch je mehr Männer ohne Claims sich im Yukon sammelten, desto niedriger wurden die Löhne. Die Indianer, die noch vor 1896 im Yukon über 80 % der Bevölkerung dargestellt hatten, stellten 1901 nur noch etwas mehr als 10 %. Ihre Kinder wurden nicht in weißen Schulen aufgenommen, noch nicht einmal in Krankenhäusern.

Als es 1886 zu einem ersten größeren Goldfund am Fortymile River gekommen war, zogen mehrere hundert Männer dorthin. Die Indianer versorgten den neuen Ort Forty Mile mit Fisch und Fleisch sowie mit den im Winter lebensnotwendigen Pelzen. Sie erhielten dafür in ihren Augen kunstvolle Glasperlen, Metallgeräte und Alkohol. Doch vertrieb der unruhige Ort auch das Wild, und die Indianer gerieten zunehmend in Abhängigkeit. Zudem verbrauchten die Weißen schnell das wenige Holz der Region als Feuerholz. Darüber hinaus wurden die Indianer von Krankheiten befallen, gegen die sie keine Resistenz aufwiesen. Häuptling Isaac fürchtete die Verrohung der Sitten. Es gelang ihm, während der Jahre des Goldrauschs einen fragilen Frieden aufrechtzuerhalten. Er führte den Stamm bis 1932 und wurde ein Ehrenmitglied des Yukon Order of Pioneers.

Im Frühjahr 1897 siedelten die Indianer fünf Kilometer stromabwärts. Seit Mai 1997 steht der alte Ort unter Denkmalschutz und es begann eine archäologische Erforschung, die sowohl für die indianische Kultur, als auch für die Geschichte des Goldrauschs eine erhebliche Bedeutung aufweist.

Alaska Goldrausch

Samstag, Januar 5th, 2013

Der Klondike-Goldrausch gilt als einer der folgenreichsten Goldräusche. Er brachte ab 1896 mehr als hunderttausend als Stampeders bezeichnete Goldsucher an den Klondike River bei Dawson, führte zur Errichtung des Yukon-Territoriums und zur Festlegung der Grenze zwischen Alaska und Kanada. In den USA fiel er in die Zeit einer Wirtschaftskrise, weshalb zahlreiche Menschen ihr Glück nun am Klondike suchten. Zudem führte ihr Erfolg riesige Goldmengen auf den Weltmarkt, beförderte regional massive Inflationstendenzen, und sein Ende führte zu einer erheblichen Liquiditätskrise. Insgesamt wurden seit 1885 rund 12,5 Millionen Unzen Gold gehoben, was einem Volumen von über 20 m³ entspricht.[1]

Die Lebensweise der indianischen Bewohner, die in Kanada seit den 1980er Jahren als First Nations bezeichnet werden, veränderte sich in der klimatisch von extremer Kälte und sehr stark schwankender Tageslänge geprägten Region durch den Goldrausch grundlegend. Zum einen wurde ihre Lebensgrundlage, die Karibuherden, drastisch dezimiert, einige Stämme siedelten sich erstmals fest an, um am schnell expandierenden Handel zu partizipieren. Zudem veränderte die eingeführte Geldwirtschaft die Arbeit, zahlreiche Indianer fielen bisher unbekannten Krankheiten zum Opfer. Dennoch gelang es gerade den Tr’ondek Hwech’in, die um Dawson – die Hochburg des Goldrauschs – herum lebten, den negativen Folgen partiell auszuweichen und ihre Kultur zu bewahren

Der Klondike-Goldrausch bildet nur ein Glied in der Kette derartiger Großereignisse, die mit dem ersten Goldrausch von Minas Gerais in Brasilien in den Jahren 1693 bis 1695 einsetzten.[2] Im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hatte die jährliche Goldförderung mit weltweit nur noch rund 10 Tonnen einen Tiefpunkt erreicht.[3] Dies änderte sich ab Ende der 1840er Jahre, als Gold in Kalifornien und Australien, ab den 1850er Jahren auch in Kanada gefunden wurde. In den Jahren 1881 bis 1890 stieg die Jahresförderung auf fast 160 Tonnen. Sie verdoppelte sich im folgenden Jahrzehnt, wobei die Silberförderung zunächst stagnierte. Dementsprechend fiel der Gold- gegenüber dem Silberpreis. Doch bald wurde die Silberförderung so stark erhöht – z. B. durch Silberfunde in Nevada –, dass der Silberpreis massiv fiel und die meisten Industrieländer zur Goldwährung wechselten. 1873 bis 1876 führte das Deutsche Reich als erste Nation die Goldwährung ein, weitere nordeuropäische Staaten folgten. Bis in die frühen 1890er Jahre schlossen sich die meisten Industrieländer an, während die eher agrarisch ausgerichteten Länder bei einem System der Doppelwährung blieben, also von Gold- und Silbermünzen.

In dieser Zeit setzte sich auch der Goldstandard durch, der dafür sorgte, dass Geldnoten nur in einem festgesetzten Verhältnis zu den Goldreserven des Landes ausgegeben werden durften. Gemäß der Theorie dieser Zeit sorgte dies für eine Stabilisierung der Währungsverhältnisse durch den Goldautomatismus. Dazu mussten sich die jeweiligen Zentralbanken aber an strikte Regeln halten. Wurde eine Währung schwächer, führte dies der Theorie nach zu einem entsprechenden Goldabfluss in Richtung der stärkeren Währung, womit die Banknotenausgabe entsprechend den verminderten Goldreserven reduziert werden musste. Dies erhöhte wiederum die Zinsen und senkte die Preise. Im Land, dem Gold zuströmte, sorgte dies im Gegensatz dazu für einen höheren Papiergeldumlauf, der die Zinsen senkte und die Preise steigen ließ. War ein bestimmter Punkt erreicht, kehrte sich der Goldfluss wieder um. Die Zahlungsbilanz wurde ausgeglichen, die Währungen stabilisierten sich. Doch hielten sich die Zentralbanken nur allzu häufig nicht an die dazu notwendigen Vorgaben. Dennoch war das System erfolgreich, da man auf die garantierte, jederzeitige Umtauschbarkeit von Geld und Gold vertraute.

Der Goldbedarf war dementsprechend hoch, preisgünstiger Frachtraum senkte die Preise und erhöhte die Warenumsätze. Folgerichtig durfte in diesen Jahrzehnten kein Engpass bei der Versorgung mit Gold eintreten. In Kanada setzte dies umfangreiche Suchunternehmungen in Gang, die im Abstand von wenigen Jahren fündig wurden. Sie lösten eine Kette von Goldräuschen aus, die immer mehr Menschen in Bewegung setzten; viele von ihnen eilten von einem Goldfeld zum nächsten. Neben Südafrika konzentrierten sich die Exploratoren zunehmend auf Kanada als Lieferanten für das erforderliche Gold.

In den Vereinigten Staaten war der Widerstand gegen den Goldstandard stark, der bei zu niedrigem Goldangebot die Wirtschaft abwürgen konnte. Noch am 9. Juli 1896 sprach sich William Jennings Bryan vor einer Versammlung der Demokraten in Chicago vehement gegen die „Dornenkrone“ aus, die auf die „Brauen der Arbeit“ gepresst werden sollte. Die Menschheit sollte nicht gekreuzigt werden an einem goldenen Kreuz. Bryan war 1896 und 1900 Präsidentschaftskandidat, verlor jedoch beide Wahlen.[4] 1900 wurde der Goldstandard eingeführt, was ohne die Goldfunde am Klondike wohl unmöglich gewesen wäre.
Quelle:Wikipedia

Goldmünzen

Samstag, Januar 5th, 2013

Goldmünzen sind Münzen, die größtenteils aus Gold bestehen. Sie dienten früher als Zahlungsmittel und waren meistens Kurantmünzen, werden heute aber nur noch für Sammler und Anleger (Anlagemünze) geprägt. Die Beliebtheit als Wertanlage verdanken Goldmünzen auch ihrer Einstufung als Anlagegold, weshalb der Handel mit ihnen in der Europäischen Union unter bestimmten Bedingungen von der Mehrwertsteuer befreit ist.
Entstehung

Um den direkten Tausch Ware gegen Ware zu vereinfachen, verwendete man zunehmend Gold- und Silberstücke als Währung. Man musste zunächst jedes Stück auswiegen, um den Wert zu bestimmen, was bei Goldstaub oder Granulat noch relativ schwierig war. Im 6. Jahrhundert v. Chr. ließ der lydische König Kroisos erstmals Goldmünzen von einheitlicher Größe und einheitlichem Wert in Kleinasien mit Prägestempeln versehen, die gleichzeitig – neben einer Propagandafunktion – auch noch einen gewissen Qualitätsstandard für das Edelmetall darstellten. Die ersten Silbermünzen wurden allerdings bereits zuvor um 620 v. Chr. verwendet. Die frühen Gold- und Silbermünzen, an denen noch die ursprüngliche Barrenform erkennbar war, waren die ersten Kurantmünzen. Die Entstehung der Gold- und Silberkurantmünzen lässt sich zeitlich über die physischen „Geldformen“ verfolgen, wie Goldstaub, Granulat, Gussreguluse, ungeprägter (Klein-)Barren, geprägter (also mit einer Marke versehener) Barren bis hin zur heute üblichen runden Münzform.

In den verschiedenen menschlichen Kulturen nahm dieser äußere Formenwandel des Münz-Geldes unterschiedliche Zeitepochen in Anspruch, z. B. wurde in Indochina sogar noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts mit abgewogenem Gold- und Silberstaub bezahlt. Daher lassen sich viele Münznamen noch heute auf einstmalige und noch heute geltende Gewichtsmaßeinheiten zurückführen.
Altertum
Griechenland

Die Hellenen übernahmen die Münzprägung kurz nach den Kleinasiaten. Jeder Stadtstaat hatte seine eigenen Münzen mit eigenem Münzfuß. Die wichtigsten Prägestätten gab es in Athen, Milet und auf Rhodos.
Römisches Reich
römischer Aureus

Um 225 v. Chr. wurden die ersten Goldmünzen im Römischen Reich geschlagen. Die Römer übernahmen das Prägen von den Griechen. Unter Julius Caesar wurden vermehrt Goldmünzen geprägt, u. a. der Aureus. Seit Kaiser Augustus wurde auf die goldenen Münzen das Bildnis des Kaisers geschlagen.
Altes Ägypten

Die alten Ägypter prägten ursprünglich keinerlei Münzen. Erst als die Truppen Alexander des Großens im 4. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten einmarschierten, wurden auch Goldmünzen in Ägypten geprägt. Zuvor gab es nur eine Ausnahme: Ägypten hat für den Krieg gegen die Perser um 360 v. Chr. Söldner aus Sparta und Athen angeworben. Nach dem Krieg wollten diese mit Goldmünzen bezahlt werden und so ließ der Pharao Nektanebos III. Münzen (vermutlich von Griechen) prägen. Auf der Vorderseite steht in Hieroglyphenschrift nbw nefer oder nefer nub, was übersetzt „feines Gold“ heißt. Auf der Rückseite war ein springendes Pferd zu sehen, was auch die Griechen abgebildet hatten. Diese ägyptische Münze wog, wie die der Athener, ca. 8,5 g.
Persisches Reich

Das Perserreich galt als das „Goldreich“. Sie fertigten bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. Goldstater an. Darius I. ließ ab 515 v. Chr. vermehrt Münzen (Dareike) prägen.
Kelten

Die Kelten besaßen viel Gold von Flüssen und Gebirgen. Sie lernten das Prägewerk vermutlich um ca. 300 v. Chr. von den Griechen und entwickelten ihr eigenes Münzwesen. Die Kelten in Böhmen prägten Goldmünzen wahrscheinlich ab dem 3. Jahrhundert v. Chr.. Die westlichen Kelten (Gallier) haben ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. Goldmünzen hergestellt. Prägestätten gab es z. B. in Parisii. Zuerst wurden noch griechische Motive verwendet. Später wurden einfache Motive geprägt, wie z. B. kleine Kreuze oder Punkte, die einen Kreis bildeten. Diese Münzen waren relativ klein und hatten oft einen leicht gebogenen Rand.
Mittelalter

Die Merowinger wechselten, wie die meisten Reiche zuvor, im 7. Jahrhundert zur Silberwährung, da Gold seltener und teurer ist als Silber. Siehe auch Schilling. Mit den Kreuzzügen und dem immer besser ausgeprägten Fernhandel wurden Goldmünzen erneut aufgenommen, wie z. B. die Goldgulden und die Dukaten. Besonders Spanien besaß im 16./17. Jh. viele Goldmünzen, wofür sie das Gold aus Lateinamerika nutzten, was in Spanien zeitweilig sogar einen Goldwertverfall gegenüber dem Silber auslöst.
Neuzeit

Goldmünzen erfuhren im Zuge der schrittweisen Übergangs vom Bimetallismus zum reinen Goldstandard im 19. Jahrhundert den bis heute größten Einsatz im Geldumlauf. Im Zuge des historischen Goldstandards wurden beispielsweise Goldmark, Sovereigns, Vrenelis und andere Vertreter der Lateinischen Münzunion als Kurantmünzen in den Verkehr gebracht. Banknoten konnten jederzeit gegen Goldmünzen eingetauscht werden.

Im 20. Jahrhundert endete allerdings die Ära der Goldmünzen als Zahlungsmittel: Unmittelbar nach Beginn des Ersten Weltkriegs setzten die meisten Zentralbanken die Einlöseverpflichtung für Banknoten aus, so auch die deutsche Reichsbank am 4. August 1914. Spätestens mit Kriegsbeginn waren die Goldmünzen aufgrund des Greshamschen Gesetzes in den meisten europäischen Ländern aus dem Zahlungsverkehr verschwunden.

Der Versuch, den Goldstandard nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu etablieren, scheiterte aufgrund zu großer Ungleichgewichte in den Zahlungsbilanzen: Beispielsweise setzte Großbritannien 1925 die Vorkriegs-Goldbindung des Pfundes Sterling noch einmal in Kraft (und die letzten tatsächlich im Zahlungsverkehr verwendeten Sovereign-Münzen in Umlauf), konnte dies aber nur wenige Jahre durchhalten, denn Exportgüter wurden dadurch für das Ausland stark verteuert, so daß die Wirtschaftsleistung einbrach. Deutschland hatte aufgrund der Reparationsverpflichtungen schlicht zu wenig Gold: zwar blieben die Goldmünzen des Kaiserreichs offiziell noch bis 1938 Zahlungsmittel, faktisch aber nur auf dem Papier.

In den 1930er Jahren setzten auch die letzten Staaten, in denen Goldmünzen noch Geldfunktion hatten, diese außer Kurs: Schweden beispielsweise 1931 in Folge der Großen Depression. Zur Überwindung der Krise beendete U.S.-Präsident Roosevelt 1933 auch die Ära des Golddollar mit einem plötzlichen Verbot des Goldbesitzes. Die letzten europäischen Länder, die noch Goldmünzen im Zahlungsverkehr benutzten, waren bis 1937 die Niederlande und Österreich.
Heutige Goldmünzen

Heute werden Goldmünzen nicht mehr im Zahlungsverkehr verwendet. Sie werden nur noch als Gedenkmünzen für Sammler oder als Bullionmünzen für Anleger geprägt.
Deutschland

2001 wurde die erste Gedenkgoldmünze geprägt: eine Deutsche Mark aus reinem Gold zum Abschied von der DM-Währung.

Seit der Einführung des Euros wird für Sammler jedes Jahr eine 100-Euro-Goldmünze herausgegeben, und im Jahr 2002 wurde einmalig eine 200-Euro-Goldmünze emittiert. Seit 2010 wird dazu eine Serie von 20-Euro-Goldmünzen mit jährlich wechselnden Baummotiven des deutschen Waldes herausgebracht.
Österreich

Von Österreich gibt es laufende offizielle Nachprägungen von Dukaten und Kronenmünzen, die zu ihrem Goldwert gehandelt werden. Als bekanntere Anlagemünze wird seit 1989 die Serie der Wiener Philharmoniker aus reinem Gold produziert.

Eine Gedenkmünze in Gold (Nennwert 1000 Schilling) wurde 1976 erstmals verausgabt. Weitere Ausgaben, zu 500 und zu 1000 Schilling, folgten relativ regelmäßig ab 1991; seit 2002 werden entsprechende 50- und 100-Euro-Nominale geprägt.
Der Feingehalt wurde früher oft in Karat angegeben (1 Karat = 1/24 fein; 24 Karat = reines Gold).

Heute werden die Zahlen häufiger in Tausendstel oder Promille umgerechnet, z. B. Feingehalt vom Krugerrand 916⅔/1000 = 916⅔ ‰ (22 Karat), Feingehalt vom Wiener Philharmoniker 999,9/1000 = 999,9 ‰ (praktisch 24 Karat).

Aufbereitungstechnisch kann maximal ein Feingehalt von 999,99 Tausendsteln »Five-Nine« erreicht werden. Vom Maple Leaf wurden einige Sonderprägungen in dieser Feinheit hergestellt.
Verfälschung durch Abfeilen

Ein historisches Problem bei der Bindung bestimmter Goldmengen an Münzen waren Betrüger, die am Rand wiederholt kleine Menge Goldstaubes abfeilten und sich so bereicherten. Die Münze wurde bei jeder Abfeilung leichter und dadurch entwertet.

Dieses Problem konnte durch die für die meisten modernen Goldmünzen typische Randriffelung eingedämmt werden, denn auf einem geriffelten Münzrand sind Abfeilungen leicht zu erkennen.

Bekannte Goldmünzen

Dareikos Persien 515 v. Chr. 348 v. Chr. 8,4 g
Stater mehrere 390 v. Chr. um 320 v. Chr. 8,2–8,6 g
Aureus Römisches Reich ca. 1. Jh. v. Chr. 324 8,19 g
Solidus Römisches Reich, Byzantinisches Reich 312 1092 ca. 4,55 g; von Kaiser Konstantin eingeführt
Dinar Islam. Reich 696 1543 4 g, von Kalif Abd al-Malik eingeführt
Augustalis südl. Italien 1231 1250 nur in den genannten Jahren, einer der Edelsten im MA
Florin Republik Florenz 1252 1531 Vorbild für den Dukaten und den Zecchino
Dobla Spanien 1252 1516 4,53 g (variiert), wichtigste spanische Goldmünze im Spätmittelalter
Écu d’or Frankreich 1266 1654 4 g, älteste Goldmünze Frankreichs, siehe auch Écu
Dukaten Europa 1284 1938 3,49 g Feingehalt 986/1000 = 3,44 g, urspr. in Venedig, 1559–1857 auch in Dtld.
Zechine Republik Venedig 1284 1797 Zecchino; Urform der Dukaten
Goldgulden Europa 1325 1867 Über ganz Europa verbreitet, nach dem Vorbild des Florin
Noble England 1344 1470 Zweite Goldmünze Englands
Crown England 1526 1663 ca. 3 g; Vorgänger des Guineas
Pistole Spanien 1556 1833 von König Philipp II. eingeführt.
Dublone Spanien 1556 1833 entspricht dem Wert von 2 Escudos
Louisdor Frankreich 1640 1793 Vorbild war Pistole, siehe auch Sonnenlouisdor.
Guinee Großbritannien 1663 1816 8,35 g Feingehalt 916⅔/1000
Friedrichsdor Preußen 1740 1850 Vorbild war auch Pistole, Wert entsprach 5 Taler
Eagle USA 1792 1933 10 $ = 16,718 g Feingehalt 916⅔/1000 = 15,046 g Gold
Sovereign England 1817 bis heute 1 £ = 7,98 g Feingehalt 916⅔/1000 = 7,32 g Gold
Goldmark Deutschland 1871 1915 20 M; 7,965 g, Feingehalt 900/1000 = 7,164 g Gold
Gold-Yen Japan 1870 1932 aus 90 % Feingold
Vreneli Schweiz 1887 1949 10-, 20- und 100-Franken-Münze (mehrheitlich 20 Franken, 6,452 g Feingehalt 900 = 5,806 g)
Krone Österreich 1892 1924 10, 20 und 100 Goldkronen-Münze, (100 Kr: 33,875 g Feingehalt 900 = 30,487 g)
Tscherwonez Russland/UdSSR 1923 1982 Teilweise offizielle Nachprägungen
Krugerrand Südafrika 1967 bis heute 33,93 g, Feingehalt 916,67/1000 = 31,1 g / 1 Oz Gold
Maple Leaf Kanada 1979 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000
Gold Panda China 1982 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000
Gold Eagle USA 1986 bis heute 33,93 g, Feingehalt 916,67/1000 = 31,1 g / 1 Oz Gold
(Känguru-)Nugget Australien 1987 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000
Britannia England 1987 bis heute 33,84 g, Feingehalt 916,66/1000 = 31,1 g / 1 Oz Gold
Wiener Philharmoniker Österreich 1989 bis heute 1 oz = 31,1035 g, Feingehalt 999,9/1000

Die bis vor kurzem größte Goldmünze der Welt kommt aus Österreich. Sie ist dort gesetzliches Zahlungsmittel, hat eine Auflage von 15 Stück, einen Nennwert von 100.000 Euro und wiegt 31,103 kg. Der Wert dieser Münze ist im Mai 2007 von der Royal Canadian Mint noch übertroffen worden. Die kanadische Goldmünze, Big Maple Leaf, hat einen Nennwert von einer Million Kanadischer Dollar und wiegt 100 Kilogramm. Der derzeitige Rekordhalter ist eine Ausgabe des Australischen Kangaroos, mit einem Gewicht von einer Tonne, was einem Goldwert von 40,2 Millionen Euro entspricht.

Als teuerste US-Goldmünze gilt der Double Eagle aus dem Jahre 1849. Sie ist im Smithsonian‘s National Museum of American History in Washington, D.C., ausgestellt. Der Professional Coin Grading Service (PCGS) hat die Münze im Jahr 2011 auf einen Wert von 20 Millionen US-Dollar geschätzt.
Quelle:Wikipedia