Alaska Goldrausch

Der Klondike-Goldrausch gilt als einer der folgenreichsten Goldräusche. Er brachte ab 1896 mehr als hunderttausend als Stampeders bezeichnete Goldsucher an den Klondike River bei Dawson, führte zur Errichtung des Yukon-Territoriums und zur Festlegung der Grenze zwischen Alaska und Kanada. In den USA fiel er in die Zeit einer Wirtschaftskrise, weshalb zahlreiche Menschen ihr Glück nun am Klondike suchten. Zudem führte ihr Erfolg riesige Goldmengen auf den Weltmarkt, beförderte regional massive Inflationstendenzen, und sein Ende führte zu einer erheblichen Liquiditätskrise. Insgesamt wurden seit 1885 rund 12,5 Millionen Unzen Gold gehoben, was einem Volumen von über 20 m³ entspricht.[1]

Die Lebensweise der indianischen Bewohner, die in Kanada seit den 1980er Jahren als First Nations bezeichnet werden, veränderte sich in der klimatisch von extremer Kälte und sehr stark schwankender Tageslänge geprägten Region durch den Goldrausch grundlegend. Zum einen wurde ihre Lebensgrundlage, die Karibuherden, drastisch dezimiert, einige Stämme siedelten sich erstmals fest an, um am schnell expandierenden Handel zu partizipieren. Zudem veränderte die eingeführte Geldwirtschaft die Arbeit, zahlreiche Indianer fielen bisher unbekannten Krankheiten zum Opfer. Dennoch gelang es gerade den Tr’ondek Hwech’in, die um Dawson – die Hochburg des Goldrauschs – herum lebten, den negativen Folgen partiell auszuweichen und ihre Kultur zu bewahren

Der Klondike-Goldrausch bildet nur ein Glied in der Kette derartiger Großereignisse, die mit dem ersten Goldrausch von Minas Gerais in Brasilien in den Jahren 1693 bis 1695 einsetzten.[2] Im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hatte die jährliche Goldförderung mit weltweit nur noch rund 10 Tonnen einen Tiefpunkt erreicht.[3] Dies änderte sich ab Ende der 1840er Jahre, als Gold in Kalifornien und Australien, ab den 1850er Jahren auch in Kanada gefunden wurde. In den Jahren 1881 bis 1890 stieg die Jahresförderung auf fast 160 Tonnen. Sie verdoppelte sich im folgenden Jahrzehnt, wobei die Silberförderung zunächst stagnierte. Dementsprechend fiel der Gold- gegenüber dem Silberpreis. Doch bald wurde die Silberförderung so stark erhöht – z. B. durch Silberfunde in Nevada –, dass der Silberpreis massiv fiel und die meisten Industrieländer zur Goldwährung wechselten. 1873 bis 1876 führte das Deutsche Reich als erste Nation die Goldwährung ein, weitere nordeuropäische Staaten folgten. Bis in die frühen 1890er Jahre schlossen sich die meisten Industrieländer an, während die eher agrarisch ausgerichteten Länder bei einem System der Doppelwährung blieben, also von Gold- und Silbermünzen.

In dieser Zeit setzte sich auch der Goldstandard durch, der dafür sorgte, dass Geldnoten nur in einem festgesetzten Verhältnis zu den Goldreserven des Landes ausgegeben werden durften. Gemäß der Theorie dieser Zeit sorgte dies für eine Stabilisierung der Währungsverhältnisse durch den Goldautomatismus. Dazu mussten sich die jeweiligen Zentralbanken aber an strikte Regeln halten. Wurde eine Währung schwächer, führte dies der Theorie nach zu einem entsprechenden Goldabfluss in Richtung der stärkeren Währung, womit die Banknotenausgabe entsprechend den verminderten Goldreserven reduziert werden musste. Dies erhöhte wiederum die Zinsen und senkte die Preise. Im Land, dem Gold zuströmte, sorgte dies im Gegensatz dazu für einen höheren Papiergeldumlauf, der die Zinsen senkte und die Preise steigen ließ. War ein bestimmter Punkt erreicht, kehrte sich der Goldfluss wieder um. Die Zahlungsbilanz wurde ausgeglichen, die Währungen stabilisierten sich. Doch hielten sich die Zentralbanken nur allzu häufig nicht an die dazu notwendigen Vorgaben. Dennoch war das System erfolgreich, da man auf die garantierte, jederzeitige Umtauschbarkeit von Geld und Gold vertraute.

Der Goldbedarf war dementsprechend hoch, preisgünstiger Frachtraum senkte die Preise und erhöhte die Warenumsätze. Folgerichtig durfte in diesen Jahrzehnten kein Engpass bei der Versorgung mit Gold eintreten. In Kanada setzte dies umfangreiche Suchunternehmungen in Gang, die im Abstand von wenigen Jahren fündig wurden. Sie lösten eine Kette von Goldräuschen aus, die immer mehr Menschen in Bewegung setzten; viele von ihnen eilten von einem Goldfeld zum nächsten. Neben Südafrika konzentrierten sich die Exploratoren zunehmend auf Kanada als Lieferanten für das erforderliche Gold.

In den Vereinigten Staaten war der Widerstand gegen den Goldstandard stark, der bei zu niedrigem Goldangebot die Wirtschaft abwürgen konnte. Noch am 9. Juli 1896 sprach sich William Jennings Bryan vor einer Versammlung der Demokraten in Chicago vehement gegen die „Dornenkrone“ aus, die auf die „Brauen der Arbeit“ gepresst werden sollte. Die Menschheit sollte nicht gekreuzigt werden an einem goldenen Kreuz. Bryan war 1896 und 1900 Präsidentschaftskandidat, verlor jedoch beide Wahlen.[4] 1900 wurde der Goldstandard eingeführt, was ohne die Goldfunde am Klondike wohl unmöglich gewesen wäre.
Quelle:Wikipedia

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