Alaska Goldrausch 2

Lange vor dem 16. August 1896, dem Tag, an dem der Goldrausch ausgelöst wurde, suchten Männer in der Region nach Gold. Gerüchte zirkulierten bereits in den 1850er Jahren, und 1864 notierte ein Angestellter der Hudson’s Bay Company, es gebe Gold in größerer Menge. Doch er ging diesen Funden nicht weiter nach.
Alfred Mayo, einer der Partner Jack McQuestens, undatiert

Einer der ersten war Leroy Napoleon McQuesten, der den Vornamen „Jack“ vorzog und den man später den „Vater des Yukon“ nannte. Er war bereits 1872 im Yukon tätig, stammte aus einer neuenglischen Bauernfamilie und hatte schon 1849 in Kalifornien Gold gesucht. Auch am Fraser war er dabei und eilte nun an den Finlay River im Norden British Columbias. Ende August 1874 hatte Jack McQuesten einen Handelsposten bei Fort Reliance errichtet, rund zehn Kilometer abwärts von der Mündung des Klondike, den er als Trundeck River kannte. Einige Zeit lebten er und seine Partner vom Handel und erwarben große Mengen an Pelzen. Er suchte jedoch bald wieder an zahlreichen Stellen, und die Flüsse Fortymile (Vierzig Meilen) und Sixty Mile (Sechzig Meilen) erhielten ihre Namen von der Distanz zu diesem Punkt: Forty Miles lag flussabwärts, Sixty Miles flussaufwärts. Seine Partner waren Arthur Harper, ein Nordire, der 1832 als Junge ausgewandert war und als erster auf den Gedanken kam, im Norden der Rocky Mountains nach Gold zu suchen, und Alfred Mayo[7], genannt Al Mayo, ein Zirkusakrobat aus Kentucky. Sie kamen gemeinsam 1873 in die Region; alle drei heirateten indianische Frauen. So hieß McQuestens Frau Satejdenalno Nagetah, doch zog er Katherine vor. Sie war 24 Jahre jünger als ihr Mann und gehörte zu den Koyukon-Athabasken, wahrscheinlich aus Nulato. Ihr Vater war Russe, sie war in der Missionsstation Ikogmiut aufgewachsen und sprach Athabaskisch, Russisch und Englisch. Die anderen beiden Frauen hießen Jenny Harper (Seentahna) und Margaret Mayo (Neehunilthnoh); letztere hatte ebenfalls einen russischen Vater, die beiden Frauen waren Cousinen. Als sie die 27, 38 und 39 Jahre alten Männer kennen lernten, befanden sich alle drei erst im 14. Lebensjahr. Auch der Vater von McQuestens Dolmetscher John Minook war Russe.[8] Obwohl McQuesten die Region am Klondike durchsucht hatte, glaubte er, dort finde sich nichts, was den Aufwand lohne. 1873 suchte er rund 130 km oberhalb des Klondike am White River. Immerhin hatten die Männer ein dünnes Versorgungsnetz für die später hinzukommenden Goldsucher geschaffen.

Der erste, dessen Goldfunde auch außerhalb des Landes wahrgenommen wurden, war George Holt. Er war der erste, der trotz der Aufmerksamkeit der Tlingit und der Chilkat und Chilkoot den Chilkoot-Pass überquerte, und ihm folgten weitere Männer. Einige von ihnen überwinterten im Yukon, um sich die Überquerung des Passes in jedem Frühjahr zu ersparen, der später als poor man’s route (Arme-Männer-Route) bekannt wurde, weil er zwar der strapaziösere, aber der billigere Weg war. 1882 lebten rund 50 Weiße ständig in dem Gebiet, unter ihnen Joseph Ladue, der als Gründer von Dawson gilt. Seine Gruppe traf sich mit McQuesten in Fort Reliance, wo sie in sicherer Erwartung eines neuen Goldrausches Gesetze erdachten. Sie wussten aus den Erfahrungen an anderen Goldplätzen, dass sie die Größe der Claims und das Procedere der Registrierung festlegen mussten, um gewaltsame Ausschreitungen zu verhindern. Eine staatliche Behörde existierte im Yukon noch nicht.

1883 kam der Deutsche George Pilz aus Juneau, wo er bereits Gold gefunden hatte. Er hatte die Gegend am Klondike durchsucht, doch angeblich nichts von Wert gefunden. Im Mai 1886 suchten auch Peter Nelson, Dan Sprague, Joe Ladue und John Nelson unweit des Klondike. Möglicherweise fanden Henry Willet und Joe Wilson Gold, doch blieb ihr Fund folgenlos.

1885 fand sich Gold am Stewart River, das einige Tausend Dollar wert war, doch schon 1886 waren die Fundstellen wieder verlassen, als sich Gold am Fortymile River fand. Dort arbeiteten 1887 und 1888 zwischen 100 und 350 Goldsucher, die zwar 1887 noch Gold für 100.000 Dollar fanden, doch im nächsten Jahr schon nur noch für 20.000. Hochwasser hatte die Männer im Sommer schwer bedrängt. Die Stadt Forty Mile entstand. Sie wurde durch ein Flussschiff mit St. Michael am Norton Sound rund 2500 km entfernt am unteren Yukon weit in Alaska versorgt. In Alaska fand man neues Gold und 1892 wurde erneut Gold im Sixtymile-Goldfeld entdeckt.

Schon im Sommer 1885 erkannte McQuesten, dass für die Handelskompanien der Handel mit den Goldgräbern bald mehr Bedeutung haben würde als der Pelzhandel mit den Indianern. Er reiste nach San Francisco und überzeugte die Direktoren der Alaska Commercial Company davon, ihren Handelsschwerpunkt zu verlagern. Er kehrte mit 50 Tonnen Ausrüstungsgegenständen für die Goldsuche nach Fort Reliance zurück, verlagerte aber schon 1886 seinen Handelsposten nach Fort Nelson am Stewart River. Die Versorgungsbasen folgten nun den Goldfunden.
Gedenktafel für George Dawson, den Geologen, der den Yukon vermaß, und der als „Vater der kanadischen Anthropologie“ bezeichnet wird.

Harry Madison und Howard Franklin, 1882 Partner von Ladue, entdeckten 1886 eine größere Goldmenge den Yukon abwärts, bereits auf US-Gebiet. McQuesten folgte ihnen sogleich mit seiner Versorgungsstation vom Stewart River an die Mündung des Fortymile River, wobei Reliance fortbestand. Fortymile blieb bis 1896 der wichtigste Versorgungsposten im Yukon, und, da es auf der kanadischen Seite lag, die erste dauerhafte, nichtindigene kanadische Siedlung im Nordwesten. 1886/87 überwinterten hier rund 500 Männer. Trotz der Funde konnte von einem Goldrausch nicht die Rede sein. Der einzige Versuch, die Nachricht in die Außenwelt zu tragen, scheiterte, als im Januar 1887 ein gewisser Williams beim Überqueren des Chilkoot-Passes erfror. George Dawson, der 1887 das Gebiet kartierte, sagte dem Gebiet jedoch eine große Zukunft voraus.[9]

Schon 1894 lebten über tausend Goldsucher im Yukon, rund 250 überwinterten, und die ersten brachten ihre Frauen mit. Im Frühjahr wurden Inspector Constantine und Sergeant Brown von der Regierung in das Yukon geschickt, um für die Eintreibung von Gebühren und Abgaben zu sorgen. 1896 wurde D. W. Davis Eintreiber (collector). In diesem Jahr betrug der Gesamtwert des gefundenen Goldes rund 125.000 Dollar. Im nächsten Jahr waren es bereits 250.000, 1896 gar 300.000 Dollar. Um diese Zeit waren zwölf Walfangboote auf Herschel Island und der Missionar C. E. Whittaker von der Canadian Church Missionary Association wurde ebenfalls dort eingesetzt. Die Walfänger verließen die Boote und zogen es vor, Gold zu suchen. Dies geschah mehrere Jahre in Folge.

Kurz nach dem entscheidenden Fund vom 16. August erreichte die Gruppe um George Carmack am 21. August 1896 Forty Mile. Einige der Goldgräber brachen sofort ihre Lager ab, nachdem sie das Gold der Männer gesehen hatten, und versuchten es dort, wo sie fündig geworden waren, selbst. Dies war aber schon häufig geschehen.

Noch vor deren Ankunft beschloss eine andere Gruppe von 25 Männern am 22. August, die zum Teil schon Claims in der Gegend besaßen, den Bach „Bonanza Creek“ zu nennen, statt „Rabbit Creek“. Robert Henderson, dessen Goldfunde rund 16 km weiter östlich am Gold Bottom Creek viele dieser Männer hierher gelockt hatten, erfuhr erst sehr spät von dem entscheidenden Fund. Dies hatte seine Ursache in der Indianerfeindlichkeit des Mannes. Er erzählte Carmack von seinem Fund und bot ihm eine Partnerschaft an. Als dieser jedoch mit Skookum Jim und Tagish Charlie (auch Dawson Charlie genannt, † 14. November 1905) wenige Wochen später ankam, weigerte sich Henderson, ihnen Tabak zu verkaufen. Die drei verließen daraufhin Hendersons Lager und sie informierten ihn auch nicht über ihren viel größeren Fund, obwohl Carmack dies zugesagt hatte.

Darüber hinaus musste Henderson hinnehmen, dass ein Andy Hunker einen Claim an der anderen Gabel seines Bachs erwarb, der nun offiziell „Hunker Creek“ hieß. Henderson konnte in Forty Mile nur einen einzigen Claim erwerben. Immerhin erhielt er von der kanadischen Regierung später eine Rente von 200 Dollar pro Monat für seine Verdienste um den Klondike-Goldrausch, doch er suchte bis Anfang der 1920er Jahre weiter nach Gold im Yukon.

McQuesten ahnte, was geschehen würde, und brachte seine Familie ins kalifornische San José, wo er ein Haus erwarb. Dort lebte er fortan mit seiner Frau, mit der er elf Kinder hatte. Als letzte starb seine am 27. März 1896 geborene Tochter am 9. Juni 2001. Noch heute leben Nachkommen des Paares im Haus
Quelle:Wikipedia

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