Alaska Goldrausch 5

Die ärztliche Versorgung der Bewohner war zunächst kaum vorhanden. Reverend Robert Dickey aus Skagway annoncierte im The Westminister, einer presbyterianischen Zeitung, um Krankenschwestern anzuwerben. Die Frau des Generalgouverneurs, Ishbel Aberdeen, fand vier Frauen, die das Wagnis eingehen wollten. Diese vier waren Rachel Hanna, Georgia Powell, Margaret Payson und Amy Scott. Sie verließen Ottawa im April 1898 in Begleitung einer 200 Mann starken Truppe der Yukon Field Force. Georgia Powells Tagebuch ist überliefert. In Winnipeg angekommen erhielten die Frauen von der Hudson’s Bay Company Waschbärmäntel. Auf dem Weg in den Nordwesten behandelten sie täglich die Männer aus der begleitenden Truppe. Entlang des Weges brachen Männer in weitem Umkreis auf, um sich von ihnen heilen zu lassen. Kurz vor Fort Selkirk, ihrem Ziel, wurde alles gewaschen und gesäubert, um einen guten Eindruck zu machen, wie Powell notierte, doch das Fort war fast vollständig verlassen, weil die meisten Männer nach Dawson gegangen waren. So zogen sie bereits im September ebenfalls dorthin, und fanden ein völlig überfülltes Lazarett vor.

Unter den Teilnehmern am Klondike-Goldrausch war auch der Schriftsteller Jack London, dessen Werke White Fang (Wolfsblut), The Call of the Wild (Ruf der Wildnis), Smoke Bellew (Alaska Kid) und Das Feuer im Schnee[17] von seinen eigenen Erlebnissen und denen von „Swiftwater“ Bill Gates geprägt waren. Der erste Teil des 1910 erschienenen Romans Burning Daylight (Lockruf des Goldes) befasst sich nur mit dem Goldrausch. Ihre spätere Wirkung verdanken die Stoffe auch Verfilmungen wie Wolfsblut von 1991. Londons Hütte wurde sogar nach Dawson verpflanzt, wo sich auch die von Robert W. Service befindet.

Eine der am weitesten verbreiteten Geschichten des Goldrauschs ist Klondike von Pierre Berton, das in den USA unter dem Titel The Klondike Fever erschien. Berton, im Yukon aufgewachsen, beschrieb minutiös die Reisen und die Vorgänge um Dawson bis etwa 1904. Seine Mutter Laura Berton verfasste I Married The Klondike, worin sie ihre eigenen Erlebnisse verarbeitete. Auch Jules Verne verarbeitete den Goldrausch literarisch in seinem posthum veröffentlichten Roman Le Volcan d’or (Der Goldvulkan).

Nicht nur in der Literatur, sondern auch im Film hinterließ der Klondike-Rausch erhebliche Spuren. Charles Chaplins Stummfilm The Gold Rush von 1925 und The Trail of ‘98 von 1928 sowie Mae Wests Klondike Annie von 1936 haben das Bild von dem schwer fassbaren Vorgang geprägt. 1957 entstand eine vom National Film Board of Canada prämierte Dokumentation namens City of Gold, die von Pierre Berton berichtet wird. Das amerikanische Gegenstück ist The Far Country (Über den Todespaß) mit James Stewart in der Hauptrolle.

Gewisse Bekanntheit erlangte der Klondike-Goldrausch durch die Disney-Comics rund um den Milliardär Dagobert Duck. Erstmals wurde von Carl Barks in der 1951 erschienenen Geschichte Only a Poor Old Man der Klondike als Quelle von Dagoberts Reichtum erwähnt. Ein Jahr später erschien Back to the Klondike (deutscher Titel Wiedersehen mit Klondyke), wo Onkel Dagobert von seiner Zeit als erfolgreicher Goldsucher erzählt. In der Folge haben verschiedene Zeichner wie Tony Strobl und Romano Scarpa Stories zu Dagoberts Zeit als Klondike-Goldgräber gezeichnet. Don Rosas Dagobert-Biographie The Life and Times of Scrooge McDuck beschreibt das Klondike-Kapitel als den wichtigsten Abschnitt in Dagoberts Leben. Rosa bemühte sich hier – soweit es möglich war – um historische Authentizität. Das 1995 erschienene Zusatz-Kapitel Hearts of the Yukon wurde anlässlich der 100-Jahr-Feier des Goldrausches in Auftrag gegeben. Darüber hinaus ist der Lucky-Luke-Band Am Klondike dem Goldrausch gewidmet, wobei er, wie so oft, auf vorhandene Klischees aufbauen kann.

Obwohl die meisten nur Abenteuerlust und Gier trieb, erfreuen sich die Goldsucher einer weit verbreiteten Bewunderung. So wird in Edmonton immer noch der Klondike Day gefeiert, weil rund 1.600 so genannte Overlanders von dort nach Norden aufbrachen, von denen allerdings kaum jeder Zehnte ankam.[18] Selbst noch weiter entfernt liegende Orte wie Eagle River in Wisconsin oder Bay Roberts auf Neufundland feiern ihre Klondike Days, wobei diese „Tradition“ zuweilen erst nach dem 100. Jahrestag des Goldrauschs entstand.

Daneben erlangten auch die Polizeiverbände, die spätere Royal Canadian Mounted Police ein ungewöhnlich positives Image, das auf ihrer erfolgreichen Kontrolle und auf der Kanalisierung und Entwaffnung amerikanischer Krimineller beruhte. Dazu trugen Radiosendungen, wie Challenge of the Yukon erheblich bei.

Zum Gedenken an den Goldrausch wurde der Klondike Gold Rush National Historical Park eingerichtet. Er besteht aus der Altstadt von Skagway, dem Pfad über den Chilkoot Pass, sowie über ein Museum in Seattle, das an den Ausgangspunkt vieler Goldsucher erinnert. Der kleine Ort Skagway wurde zu einem wichtige Hafen für Kreuzfahrten mit rund 750.000 jährlichen Besuchern.[19]
heutiger Goldabbau am Klondike

Auch heute wird am Klondike nach Gold geschürft. Moderne Maschinen, effizientere Verfahren und der gestiegene Goldpreis machen es zunehmend rentabel auch auf bereits zum Klondike-Goldrausch ausgebeuteten Arealen erneut zu schürfen. Noch heute werden im Klondike-Gebiet jährlich 45.000 bis 60.000 Unzen Gold gefördert, was beim aktuellen Goldpreis (Stand Nov. 2012) einem Wert von 80 bis 110 Millionen Dollar entspricht.
Quelle:Wikipedia

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